60-Jähriger aus Bad Hersfeld griff in Streit ein und wurde selbst zum Opfer

Schläge für mutigen Mann

Bad Hersfeld. Mit sechs Stichen musste ein Riss am Ohr im Klinikum genäht werden, er trug eine Beule am Kopf davon und erlitt eine Rippenprellung. Dazu wurde ihm noch sein Handy zertrümmert.

So schmerzlich endete für den 60-Jährigen Werner H. aus Bad Hersfeld der Freitagabend im Bad Hersfelder Stiftsbezirk.

Werner H. bewies Zivilcourage und sorgte dafür, dass ein 20-jähriger Schläger aus Niederaula nicht ungestraft seine Freundin misshandeln konnte. Wie die Polizei gestern bestätigte, war eine 20-jährige Rotenburgerin mit ihrem Freund aus der Marktgemeinde in Streit geraten. Das führte soweit, dass der junge Mann die Frau zuerst umherschubste und schließlich mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. Der 60-Jährige beobachtete die Aktion und meldete die Sache über die Notrufnummer der Polizei.

Als die junge Rotenburgerin weinend auf einer Bank saß, wollte der 60-Jährige auf Bitte des Beamten an der Notrufnummer nachfragen, wie es der Geschlagenen gehe. Das brachte den 20-jährigen Schläger in Wut. Er kehrte zurück und griff den Nothelfer von hinten an. Werner H. erlitt schlimme Schläge. Wutentbrannt zerstörte der Angreifer das Handy des älteren Herren.

Der ging zu Boden und erlitt vermutlich auch Tritte. Ein junger Mann kam hinzu und bewahrte das Opfer mutmaßlich vor schlimmeren Folgen. Er lieh Werner H. sein Handy. Trotz des Schmerzes beim Atmen und dem Blut, das aus seinem Ohr lief, nahm Werner H. in sicherem Abstand die Verfolgung des Täters auf. Erst in der Oberen Frauenstraße endete der polizeiliche Hilfsdienst. Ein Streifenwagen mit Blaulicht eilte im Gegenverkehr herbei. Die Beamten nahmen den 20-Jährigen vorläufig fest.

Der Schläger hat nun zwei Strafverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung am Hals. Der tätliche Angriff wird von der Polizei dem Bereich der häuslichen Gewalt zugeordnet. Polizeisprecher Manfred Knoch bedankte sich gestern ausdrücklich für die Zivilcourage des 60-jährigen Mannes. Werner H. ging gestern los, um sich ein neues Handy zu kaufen.

Von Kurt Hornickel

Kommentare