Schiefertafel, Griffel und Schwämmchen: Erinnerungen an den ersten Schultag 1939

Lang ist’s her: Ein Foto des Bad Hersfelders Karl-Heinz Schrodt zu seiner Einschulung am 18. April 1939. Foto: privat/nh

Der Bad Hersfelder Karl-Heinz Schrodt hat beim Aufräumen ein Foto seines ersten Schulgangs am 18. April 1939 gefunden. Wie heute auch noch wurde den Kindern der erste Schultag mit einer prall gefüllten Zuckertüte versüßt.

Stifte und Papier gab es damals für die Schüler jedoch nicht. Die Schüler lernten das Schreiben in deutscher Schrift mit Griffeln auf ihren kleinen Schiefertafeln. Und zum Abwischen war an der Tafel ein Läppchen befestigt. Auch ein Schwämmchen steckte mit im Tornister. In den Pausen konnten sich die Kinder für Pfennigbeträge Milch oder Kakao zum eigenen Pausenbrot kaufen und trinken.

Karl-Heinz Schrodt ist übrigens in Wanne-Eickel zur Schule gegangen. An den ursprünglichen Namen seiner Schule kann er sich nicht mehr erinnern. Zu seiner Einschulung hatten die Nazis der Bildungseinrichtung bereits den Namen Horst Wessel gegeben. Sein Zeugnisheft, das er auch aufgehoben hat, belegt das.

Im Jahre 1943, als während des Zweiten Weltkriegs auch Wanne-Eickel fast täglich bombardiert wurde, wurde die Familie ins Riesengebirge evakuiert. Schrodts Vater arbeitete zu dieser Zeit an der Autobahn am Hattenbacher Dreieck. Und hatte im heutigen Kirchheimer Ortsteil Reimboldshausen ein Quartier. Später holte der Vater dann seine Familie hierher und die Schrodts lebten fortan in Bad Hersfeld.

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