Volker Lechtenbrink suchte Komparsen für „Die drei Musketiere“

Schauspielerei als Erlebnis

Entspannt: (von links) Kristof Eidam, Moritz Schwarz, Lorenz Starkloff und Hamid Balutsch unterhalten sich mit Festspiel-Intendant Holk Freytag (hinten links) und Volker Lechtenbrink. Fotos: Wagner

Bad Hersfeld. Unruhig stehen zehn junge Bewerber in der Eingangshalle des Kurhauses. Nacheinander werden sie aufgerufen und dürfen als Komparsen für das Stück „Die drei Musketiere“ vorsprechen.

Regisseur Volker Lechtenbrink besetzt gemeinsam mit Festspiel-Intendant Holk Freytag höchstpersönlich die begehrten Rollen. Vier Bewerbern ist die Aufregung förmlich anzusehen. Es ist das erste richtige Casting für Lorenz Starkloff (17), Moritz Schwarz (18), Hamid Balutsch (19) und Kristof Eidam (18). Alle haben bereits in Festspielproduktionen mitgewirkt, mussten sich bisher aber nie in Einzelgesprächen vorstellen. Die Schauspielerei betreiben die Schüler der Modellschule Obersberg, weil sie ein aufregendes Erlebnis ist. „Es ist toll, auf der Bühne zu stehen“, erzählt Moritz und Kristof erklärt, man sei meist nur während der ersten Aufführungen nervös. „Nach dem fünften Mal ist es einfach ein Job.“

Rolle ergattert

Während die vier sich noch darüber unterhalten, wie das Gespräch mit dem Hauptdarsteller aus „König Lear“ im vorigen Jahr wohl ablaufen wird, hat Jana Gnauert bereits eine Rolle in der Tasche. Die 20-Jährige Kirchheimerin studiert Schauspiel in Kassel und hat erst vor Kurzem einen Werbespot für einen bekannten deutschen Wursthersteller abgedreht. Vielleicht hat ihr diese Erfahrung auch heute geholfen. „Das Aussehen war aber wichtiger. „Man muss zur vorgesehenen Rolle passen“, vermutet sie. Nacheinander dürfen nun auch die vier Bad Hersfelder ihr Glück versuchen. Nach rund fünf Minuten kommt Hamid mit einem Grinsen im Gesicht zurück. „Ich bin dabei“, sagt er. „Es hat mir geholfen, dass ich in der Schule einen Schauspiel-Kurs mache.“ Wenig später haben auch Kristof, Lorenz und Moritz eine Zusage.

„Vielleicht spiele ich einen Baum oder muss Fechten lernen“, erzählt Lorenz und Hamid ist bereits jetzt aufgeregt, obwohl die Proben erst im Mai anfangen. „Die Kostüme werden sicher toll aussehen und ich hoffe, wir dürfen fechten.“ Bei den Proben für eine Festspiel-Produktion müssen die Komparsen viel Geduld aufbringen. Das weiß auch Pamela Jacob (31), die bereits ein Schauspielstudium abgeschlossen hat. „Man probt zwei bis sechs Stunden täglich, auch an den Wochenenden.“ Sie gehört zu den Stammkomparsen der Festspiele und bekommt jedes Jahr mehrere Rollen angeboten.

Lorenz, Moritz, Hamid und Kristof wollen nach dem Abitur erst einmal Medizin, Biologie und Jura studieren. „Als Schauspieler lebt man unsicher“, meint Lorenz. „Bekommt man keine Rollen, ist man schnell arbeitslos.“ In ihrer Freizeit wollen alle vier aber weiterhin auf der Bühne stehen.

Von Nicole Wagner

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