ZiSch-Reporter auf Erkundungstour: Sie schließen selbst ein Schließfach auf

Schatzfund im Tresor

Gesucht und gefunden: Stifte und Knax-Kalender haben die Grundschüler der Steigleder-Schule Friedewald aus einem Tresorfach der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg geholt. Fotos: Strecker

Bad Hersfeld. Die ZiSch-Reporter der Steigleder-Schule in Friedewald haben sich vor ihrem Termin bei Melanie Hoßfeld von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg so ihre Gedanken über den Tresor gemacht. „Mein Onkel Ralf hat gesagt, ich soll fragen, wo der Tresor ist, wann hier keiner da ist und wo die Fluchtwege sind“, sagt Drittklässlerin Lisa und grinst Melanie Hoßfeld an. Ihre Lehrerin Gundi Kleinitz-Lingemann lacht schallend.

„Tut mir leid, wenn ich euch enttäuschen muss, aber es ist immer Wachpersonal da. Und wo der zweite Tresor ist, weiß sogar ich nicht“, sagt Hoßfeld. Aber damit lassen sich die Reporter von „Zeitung in der Grundschule“ nicht abspeisen. „Wo darfst du in der Bank nicht hin? Da ist dann der Tresor bestimmt“, ruft eine Schülerin, ein Klassenkamerad fragt gleich nach dem Zahlencode, ein anderer, ob die Angestellten Angst vor Bankräubern haben und wie sie die Polizei rufen.

Richtig spannend wird es dann, als die Jungen und Mädchen hinter Melanie Hoßfeld her eine Treppe hinunterstürmen, immer auf den Tresorraum der Sparkasse in Bad Hersfeld zu. „Ohh, die Tür ist ja dick“, ruft sofort ein Schüler aus Friedewald und fährt mit seinen Fingern über den rot lackierten Stahl. Heiko Schneider lacht und nickt. Er ist der Teamleiter des Kundenbereichs und muss jeden Abend den Tresorraum verschließen.

„Was denkt ihr denn, welche Sachen liegen im Tresor?“, fragt Schneider. Zwanzig Zeigefinger schießen über die Köpfe in die Luft. Jetzt können die Friedewalder glänzen. Sie wissen schon, dass Gold, Geld, Gemälde und generell „ganz teure Sachen“ in den Schließfächern liegen.

Die Blöcke und Stifte, mit denen sich die Schüler Notizen für den späteren Zeitungsbericht machen wollten, sind schließlich völlig vergessen, als Heiko Schneider sie durch eine enge Tür in den Tresorraum winkt. Feierlich schieben zwei Friedwalder dann ihre silbernen Schlüssel in ein Schließfach, während sich alle anderen immer näher um sie herum drängen. Die dicke Tür aus Metall schwingt auf und die Kinder stürzen sich auf Stifte und Knax-Hefte im Inneren.

„So viel Begeisterung gibt’s nicht oft hier“, sagt Schneider. Beim Herausmarschieren drücken die Jüngsten noch einmal gegen die mehrere Tonnen schwere Stahltür. „Darf ich hier übernachten?“, fragt einer. Das klappt dann doch nicht.

Von Judith Strecker

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