Geocaching: Viele Strecken im Landkreis laden zur elektronischen Schnitzeljagd ein

Dem Schatz auf der Spur

Ein Erlebnis für Klein und Groß: Theophil Richter und Paula Marie Schimmelpfennig aus Ronshausen entdeckten bereits im vergangenen Sommer die Faszination Natur und Technik: das Geocaching.

Hersfeld-Rotenburg. Das war vielleicht seltsam. „Auf meinen Spaziergängen habe ich viele Wanderer und Familien getroffen“, erzählt Martha Richardt, Leiterin des Verkehrsamtes Ronshausen. „Sie hatten alle irgendwelche Geräte in der Hand und auf dem Parkplatz am Ronshäuser See standen oft Autos mit fremden Nummerschildern.“ Endlich löste sich das Rätsel. Sie alle haben ein gemeinsames Hobby: das Geocaching – die elektronische Schatzsuche in der Natur.

Seit 2009 bietet das Verkehrsamt Ronshausen Touristen und Abenteurern zwei Geocaching-Strecken an: Der insgesamt sieben Kilometer lange Erlebnisweg Steinbachtal beginnt am Ronshäuser See und zieht sich bis zum Erholungsort Machtlos. Unterwegs sind kleine Behälter, sogenannte „Geocaches“ versteckt, die mithilfe von GPS-Geräten per Satellitensignal aufgespürt werden können. Jeder Cache beinhaltet eine Zahlenkombination, die zum nächsten Versteck und schließlich zum „Schatz“ am Ronshäuser See führt.

Märchen-Erlebnisweg

Rapunzel oder der Froschkönig warten auf dem drei Kilometer langen Märchen-Erlebnisweg durch den Ferienpark Ronshausen und den Ort Machtlos. „Wir haben für diejenigen, die noch kein eigenes GPS-Gerät besitzen, eine Spielfolge mit Rätseln und Rechenaufgaben entwickelt“, erklärt Martha Richardt. Die Koordinaten der Geochaches seien bereits auf GPS-Geräten gespeichert. „Die verleihen wir in der Ferienpark-Verwaltung und im Verkehrsamt für zehn Euro.“ Schatzsucher mit einem eigenen Gerät laden sich die Daten im Internet unter www.geocaching.com herunter. Dort sind alle Koordinaten der weltweit 1 400 000 Caches registriert. Dort teilen die Geocacher auch ihre Erfahrungen mit anderen Schatzsuchern. Ebenfalls sind an den Ronshäuser Bächen und auf dem Allerhättenberg Geocaches versteckt. Alle Strecken wurden zuvor von Geocachern aus der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal angelegt. Auch Wanderexperte Egbert Sperber ist von dem Naturerlebnis mit neuer Technik begeistert: „Es ist faszinierend, wie genau die GPS-Navigation ist. Das funktioniert auch bei Wander- und Radtouren“. Der Ronshäuser hat eine interaktive Karte mit 12 Wander- und Walkingstrecken in der Umgebung erstellt. Sie ist im Internet unter www.mittleres-fuldatal.nordhessen.de zu finden. „Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken“, schwärmt der 69-Jährige. In Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt und dem Heimat- und Verkehrsverein Ronshausen betreut er die Strecken ehrenamtlich. In Waldhessen kommen Geocacher voll auf ihre Kosten. Doch nicht nur rund um Ronshausen, auch im gesamten Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind unzählige Schätze versteckt: in Bad Hersfeld, Rotenburg, rund um Hauneck, Schenklengsfeld, Niederaula, Kirchheim oder in Ludwigs-au.

Von Nina Skrzyszowski

Kommentare