Bahn plant 600 Meter lange Wand zwischen Hainchenweg und Bahnhof in Bad Hersfeld

Schallschutz gegen Lärm

Mit Hilfe genauer Karten zeigten Ulrich Kalka und seine Kollegin Valeria Ziebart (beide sitzend) von der DB-Netze , wo genau die Lärmschutzwand entstehen soll und welche Anwohner von passiven Lärmschutzmaßnahmen profitieren würden. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Die Anwohner entlang der Bahnstrecke durch Bad Hersfeld sollen besser vor Lärm geschützt werden. Deshalb will die Deutsche Bahn AG im Zuge der freiwilligen Lärmsanierung eine drei Meter hohe und 600 Meter lange Schallschutzwand entlang der Bahntrasse zwischen dem Hainchenweg am Rechberggelände und dem Bahnhofsgebäude errichten. Die Pläne dazu wurden jetzt vorgestellt.

„Die Bahn will den Lärm bis zum Jahr 2020 halbieren“, erklärte Ulrich Kalka, Projektleiter für Lärmsanierung bei der Bahn-Tochter DB-Netze. Rund 120 Millionen Euro stünden jährlich für passive und aktive Lärmsanierung entlang der Bahnstrecken in Deutschland zu Verfügung. Mit dem Geld werden der Bau von Schallschutzwänden und Gabionen (Steinkäfige), aber auch der Einbau von Schallschutzfenstern oder anderen Dämmvorrichtungen unterstützt.

In Bad Hersfeld wurden nach Auskunft von Ulrich Kalka 3,5 Kilometer entlang der Strecke untersucht. Dabei wurden die derzeitigen Ist-Werte des Schalls, aber auch eine Projektion für die Entwicklung bis 2025 berechnet.

140 Wohnungen profitieren

In Bad Hersfeld könnten etwa 140 Wohnungen am Hainchenweg und in Nebenstraßen vom Schallschutz profitieren. Alle Betroffenen werden in Kürze von der Bahn angeschrieben und über die möglichen Maßnahmen – wie etwa den Einbau neuer Fenster – sowie die Kosten samt Eigenanteil informiert. Kalka geht aber davon aus, dass sich nur etwa 15 Prozent der Anwohner daran beteiligen werden.

Die geplante Schallschutzwand soll rund 800 000 Euro kosten. Die dafür notwendigen Bauarbeiten erfolgen nachts, versicherte Kalka. „Die Schallschutzwände sind hoch-absorbierend, es gibt keine Reflexion“, erklärt Kalka. Deshalb werde es auch auf der gegenüberliegenden Seite nicht lauter, selbst wenn dort keine Schallschutzwand ist.

Mit den jetzt vorgesehen Maßnahmen sind die Möglichkeiten zur Lärmsanierung in Bad Hersfeld vorerst ausgeschöpft. Den Anwohnern der Friedloser Straße, wie auch den Bewohner von Friedlos selbst, machte Kalka keine Hoffnung auf weitere Lärmschutzmaßnahmen, weil dort bereits alle Möglichkeiten der Bahn zur freiwilligen Lärmsanierung ausgeschöpft seien. „Hier wäre die Politik gefordert, um die Vorgaben zu ändern“, sagt Kalka. Überprüft werden soll aber, ob auch die Bahnbrücke über die Fulda „entdröhnt“ werden kann, um das Rumpeln bei der Überfahrt von Zügen zu dämmen.

Ulrich Kalka und auch Johannes van Horrick, der Fachbereichsleiter der Technischen Verwaltung in Bad Hersfeld, beteuerten bei der Vorstellung der geplanten Lärmsanierung, dass dieses Projekt in keinerlei Zusammenhang mit einen etwaigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Niederaula und Bebra stehe.

Beide versicherten, dass es derzeit keine konkreten Pläne zum viergleisigen Ausbau der Strecke durch den Kurpark gebe. Sie widersprachen damit anderslautenden Berichten der Bürgerinitiative, die gegen einen Ausbau kämpfen will. Zudem wäre ein solcher Ausbau nur mit einem umfänglichen Bürgerbeteiligungsverfahren möglich. HIntergrund

Von Kai A. Struthoff

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