Mehr Fachpersonal in Krankenhäusern - MRSA-Betroffene zahlen

Schärfere Waffe gegen gefährliche Keime

Hersfeld-Rotenburg. Im Kampf gegen gefährliche Keime gibt es jetzt eine schärfere Waffe: die neue hessische Hygieneverordnung. So müssen die Krankenhäuser Personal für Hygiene einstellen, Fachkräfte ausbilden, Hygienepläne erstellen: „Personell kommt einiges auf die Krankenhäuser zu“, erklärt der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Dieter Gobrecht. So muss etwa das Klinikum Bad Hersfeld nun eigens einen Krankenhaushygieniker, das heißt einen entsprechenden Facharzt, einstellen, außerdem einen Hygiene-Ingenieur.

Passend zur Vorstellung der neuen Hygieneverordnung durch Sozialminister Grüttner tagte fast zeitgleich das MRSA-Netzwerk Hersfeld-Rotenburg. Es beschäftigt sich seit 2009 mit der Frage, wie der gefährliche Krankenhauskeim MRSA und andere Keime bekämpft werden können, gegen die herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken.

Mit der Gründung eines nordhessischen MRE-Netzwerks zur Bekämpfung der multiresistenten Keime rechnet Dr. Gobrecht noch im Januar. Beteiligt werden hier neben Kassel die Landkreise Kassel, Hersfeld-Rotenburg, Fulda, Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg sein. Geplant ist nach Angaben von Kreispressesprecher Michael Adam eine Netzwerkregion zum effektiveren Umgang mit MRSA und Co.

Neu ist nach der Verordnung nun auch, dass die Kliniken bei Entlassung einer mit MRSA-Keimen besiedelten Person auch die Angehörigen, den Hausarzt und das Pflegeheim darüber informieren müssen, „damit der Keim nicht weitergetragen wird“, erklärt Dr. Gobrecht. Neu ist auch, dass die Hausärzte die Entkeimung (Dekolonisation) vergütet bekommen. Die Patienten selbst müssen alledings die Präparate wie Desinfekionsmittel selbst bezahlen. Mit 90 Euro für eine sechs Tage dauernde Entkeimung müssen die Patienten laut Dr. Gobrecht rechnen. SEITE 2/ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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