Scharfe Kritik an Aussagen im Montagsinterview

Sauer attackiert CDU-Chef Lübeck

Hersfeld-Rotenburg. Der Landrats-Wahlkampf im Kreis Hersfeld-Rotenburg verspricht spannend zu werden. Dafür spricht die scharfe Kritik, mit der der unabhängige Bewerber um das Landratsamt, der Bundeswehroffizier Alexander Sauer aus Niederaula, auf das Montagsinterview unserer Zeitung mit Timo Lübeck, dem neuen Kreisvorsitzenden der CDU, reagiert.

„Herr Lübeck sollte langsam realisieren, dass er nicht mehr in Berlin ist – die Probleme unserer Heimat werden nicht durch theorielastige Phrasen-Drescherei und abfällige Kommentare gelöst, sondern durch parteiübergreifende Praxisarbeit und Respekt voreinander“, schreibt Sauer in einer Pressemitteilung.

„CDU ignoriert Probleme“

Lübeck hatte in dem Interview gesagt, er nehme die Kandidatur Sauers, der früher selbst bei der CDU war und sich inzwischen für die AfD engagiert, nicht besonders ernst. Sauer kontert: Lübeck setze damit eine alte CDU- Tradition des Ignorierens und Nicht-Ernst-Nehmens fort. „Vielleicht sollte er sich mal fragen, warum eigentlich in Bad Hersfeld eine NBL entstanden ist, es immer weniger CDU-Ortsverbände gibt und warum sich auf Bundesebene eine AfD gegründet hat?“

Zudem sollte er sich fragen, warum die CDU so viele Mitglieder im Landkreis verloren habe? Die angebliche Neuerung, bei Parteitagen vom Delegiertenprinzip zum Mitgliederprinzip zu wechseln, sei kein basisdemokratischer Fortschritt, sondern nur eine organisatorische Notwendigkeit, „weil nicht mehr genügend Delegierte kommen, um die Beschlussfähigkeit zu erreichen“.

„Keine Lösungsvorschläge“

Die CDU ignoriere nicht nur andere Kandidaten, sie ignoriere auch die Probleme und Herausforderungen der Menschen vor Ort, meint Alexander Sauer. Als Beispiele nennt er „existenzgefährdende Gebührenbescheide“ für Straßenbau und Abwasser, Windparks, die „vollkommen unkoordiniert“ entstünden, sowie die Schul- und Ausbildungssituation vor Ort.

Provozierend fragt Sauer, warum Lübeck nicht selbst als Landrat für die CDU antrete. Er vermisse bei ihm „Mut, Fachwissen und Lösungsvorschläge“. (red/kai)

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