Sachstand bei Kindertagesstätten in Bad Hersfeld

Sanierungsstau und drohende Platznot

Bad Hersfeld. Ein paar Probleme werden gelöst, doch am Horizont drohen neue: Der Sachstandsbericht zu den Kindertagesstätten in Bad Hersfeld, der im Ausschuss für Soziales und Sport der Stadtverordnetenversammlung zu hören war, wird die Parlamentarier in absehbarer Zeit vor schwerwiegende Entscheidungen stellen.

So ist absehbar, dass die Zahl der Krippenplätze durch den neuen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr erheblich erweitert werden muss.

90 Plätze stehen im Stadtgebiet bislang zur Verfügung, das sind nur zwei weniger als nach der momentan geltenden Drittel-Regelung bei jährlich 260 bis 280 Geburten – erforderlich wären.

Ab dem 1. August 2013, so kündigte Horst Gerlich – bei der Stadt für die Kindertagesstätten zuständig – an, würden voraussichtlich noch einmal so viele Plätze benötigt.

Gerlich erläuterte weiter, dass ein Krippenplatz monatlich mit 1000 Euro zu Buche schlägt, von denen 250 durch das Bambini-Programm des Landes abgedeckt sind. Da Bad Hersfeld die Krippen-Betreuung derzeit kostenfrei zur Verfügung stellt, lässt sich der finanzielle Mehrbedarf leicht errechnen. Kostenträchtig wird auch der Abbau eines gewissen Sanierungsstaus in den städtischen Einrichtungen sein. „Wir sind dran,“ versicherte Gerlich, denn einige Maßnahmen sind vordringlich.

Eine Lösung zeichnet sich jedoch beim Problem der Mehrfach-Anmeldungen an. Weil manche Eltern gleich nach der Geburt des Nachwuchses auf Kindergarten-Tour gingen, um nur ja einen Platz in einer gewünschten Einrichtung zu erhalten, wird jetzt eine Stelle geschaffen, in der die Anmeldungen – auch die der kirchlichen Kindergärten – zentral verwaltet werden.

Tatsächlicher Bedarf

So lässt sich der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen leichter feststellen. Selbstverständlich können auch bei der zentralen Anmeldung Präferenzen für bestimmte Kitas angegeben werden.

Ein weiteres Problem gibt es bei den Ganztagesplätzen, weil manche Eltern bei der Frage nach der Berufstätigkeit mit falschen Karten spielen. Hier, so Gerlich, soll durch vorläufige Bescheide sichergestellt werden, dass Eltern, die tatsächlich einen Anspruch hätten, bei der Vergabe nicht leer ausgehen, weil sich schon jemand durch unrichtige Angaben den Platz erschlichen hat. (ks)

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