Salzunger Klinikum in den Schlagzeilen

Hallo, liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, Fastnacht ist zwar erst in über zwei Wochen, dennoch herrscht im Wartburgkreis schon vielerorts närrisches Treiben - durch die Redaktion geht mitunter ein Stöhnen ob der Faschingssaison, die so lang zu sein scheint, wie nie zuvor. Trotzdem gibt es auch Nachrichten, die nichts mit Karneval zu tun haben.

So ist bereits das erste Storchenpaar der Region aus seinem Winterasyl zurückgekehrt: In Immelborn haben die weißen Vögel wieder ihren angestammten Platz in luftiger Höhe eingenommen. Zunächst war bei den beiden Hausputz angesagt: Während ihrer Abwesenheit hatten es sich hin und wieder Nilgänse in ihrem Nest gemütlich gemacht, deren Hinterlassenschaften wurden kurzerhand vom Turm geworfen.

Gleich in zweifacher Hinsicht sorgte das Bad Salzunger Klinikum in der vergangenen Woche für Schlagzeilen: Zum einen ging es um Fusionspläne mit dem Klinikum Schmalkalden - schließen sich die beiden kommunalen Häuser zusammen, bedeutet das deutliche Veränderungen in der Südthüringer Krankenhauslandschaft. Zum anderen wurde bekannt, dass das Bad Salzunger Klinikum zwei Zivilklagen auf Schadensersatz laufen hat: Einmal gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Klinikums, Wolfgang Mauritz, und einmal gegen Mauritz und den Chef einer Baugesellschaft, die für die Krankenhausservicegesellschaft tätig war.

Ende 2004 war Wolfgang Mauritz als Chef des Klinikums unter dem Verdacht der Untreue fristlos entlassen und Strafanzeige gestellt worden. Dieses Verfahren war im Mai vergangenen Jahres gegen eine Geldauflage in Höhe von 12 000 Euro eingestellt worden. Damit gilt Mauritz nach Angaben der mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaft Mühlhausen als unschuldig.

Ins Rollen gekommen war die Sache mit dem Rauswurf von Veikko Fromberger, der bis 2004 Prokurist der Servicegesellschaft des Kreiskrankenhauses war. Er stand im Verdacht, Rechnungen gefälscht, und das so abgezweigte Geld unter anderem für einen aufwendigen Lebensstil verbraucht zu haben. In der Folge war Mauritz vorgeworfen worden, unter anderem die Buchführung nicht kontrolliert und Scheinrechnungen von Fromberger mit sachlich richtig abgezeichnet zu haben. Auch das Verfahren gegen den ehemaligen Prokuristen war eingestellt worden, bereits 2009.

Für den heutigen Geschäftsführer des Bad Salzunger Klinikums, Harald Muhs, ist der Fall Mauritz mit der Einstellung des strafrechtlichen Verfahrens nicht beendet. Die Ermittlungsakte des Landeskriminalamtes biete viele Ansätze, um gegen seinen Vorgänger zivilrechtlich vorzugehen, sagte er.

2004 hatten sich viele Ärzte und auch Klinikangestellte per Zeitungsanzeige mit Mauritz solidarisiert, ihn als „Opfer eines Betrugs“ bezeichnet.

beate.funk@stz-online.de

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