Das Salzburg des Nordens und ein Winterloch

Karl Schönholtz

Wer den Stellenwert der Bad Hersfelder Festspiele beschreiben möchte, der spricht wahlweise gerne vom Bayreuth oder vom Salzburg des Nordens. Das ist leicht dahergesagt, trifft aber – zumindest derzeit noch – im Falle Salzburgs nicht einmal ansatzweise zu. Dort gibt es ein katalogdickes Programmheft mit einer irren Zahl von Veranstaltungen, von denen mehrere an einem Tag und zum Teil parallel stattfinden. Auch die Namen der Mitwirkenden bei Oper, Konzert und Schauspiel sind fast ausnahmslos 1. Liga und das in großer Zahl. Und nicht zuletzt die Eintrittspreise: Die verschlagen einem fast die Sprache, wenn für eine Opernkarte 450 Euro und für ein Konzertticket mehr als 100 Euro verlangt – und auch gezahlt werden.

Womit unsere Festspiele im zweiten Jahr der Wedel-Intendanz glänzen wollen, das ist noch ein gut gehütetes Geheimnis – zum Teil jedenfalls. Dass im nächsten Jahr Gil Mehmerts grandiose „Cabaret“-Inszenierung wohl erneut auf dem Spielplan steht und auch die „Sommernachts-Träumereien“ im Stiftspark ein weiteres Mal zu sehen sein werden, das ist uns aus verschiedenen Quellen schon zugetragen worden. Auch dass es ein Wiedersehen mit Publikums-Liebling Volker Lechtenbrink geben soll. Mal abwarten, ob es stimmt. Viel spannender ist jedoch, was Dieter Wedel an Neuem zu bieten hat. Doch das wird er dem Vernehmen nach erst Ende Oktober oder Anfang November verkünden. Da ist noch etwas Geduld gefragt.

Der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit, ist ein Feiertag – die Geschäfte sind an diesem Tag normalerweise geschlossen. In diesem Jahr fällt der 3. Oktober auf einen Samstag. Deshalb gibt es in der Stadt Bad Hersfeld Überlegungen, den Feiertag zum verkaufsoffenen Einkaufstag zu machen. Das hat im Vorfeld bereits für Diskussionen mit allem Für und Wider gesorgt. Am Montag wird sich der Magistrat mit dem Thema beschäftigen.

Wenn uns interessierte Leser auf ein Thema aufmerksam machen, das ihnen besonders am Herzen liegt, dann verweisen sie gerne auf das berühmt-berüchtigte Sommerloch – dann sei doch Zeit, sich mal um die nicht ganz so dringenden Geschichten zu kümmern.

Diese Hinweise nehmen wir natürlich gerne auf, doch ein Sommerloch musste die HZ schon seit vielen Jahren nicht mehr stopfen: Die Festspiele und die Oper, die Politik in Stadt und Land sowie Berge von Material, die uns aus Schulen und Vereinen übermittelt werden, haben die Zeitungsseiten so gut gefüllt, dass nicht einmal die Umfänge reduziert werden mussten.

Kleiner Tipp: Im Januar, in der letzten Woche der Weihnachtsferien, da wurde mitunter noch ein kleines Winterloch gesichtet.

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