Runder Tisch tagt in Hann. Münden

Bau von Salz-Pipeline ist weiter offen

Diskutierten auf dem Podium: von links die Göttinger Kreisrätin Christel Wemheuer, Dr. Hans-Peter Weigel (Land Bremen), Dr. Ludger Waldmann (K+S AG), Bürgermeister Christian Haase (Beverungen) und Bürgermeister Frank Hix (Bad Sooden-Allendorf). Rechts der Leiter des Runden Tisches, Prof. Hans Brinckmann. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Wird der Düngemittelhersteller K+S eine Salzabwasser-Pipeline bauen, wie vom Runden Tisch empfohlen? Diese Frage blieb am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion des Runden Tisches „Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion“ zur Werraversalzung unbeantwortet.

Dr. Ludger Waldmann, Leiter Forschung und Entwicklung bei der K+S AG, ließ sich nicht in die Karten schauen. Nur soviel: Bis Ende 2012 werde das Unternehmen die Einleitanträge stellen – für die kurze Leitung zur Oberweser und die lange zur Nordsee.

Drei Varianten

Waldmann diskutierte im Mündener Rathaus vor rund 100 Gästen mit Göttingens Kreisrätin Christel Wemheuer, dem Vertreter des Bremer Umweltsenators, Dr. Hans-Peter Weigel, sowie den Bürgermeistern Christian Haase (Beverungen, Kreis Höxter) und Frank Hix (Bad Sooden-Allendorf). Hix ist zugleich Vorsitzender der Bürgerinitiative „Rettet die Werra“.

K+S-Manager Waldmann rief in Erinnerung, dass der Konzern 360 Millionen Euro investiere, um sein Abwasser bis 2015 auf sieben Millionen Kubikmeter zu verringern. Das Unternehmen arbeite parallel an drei Varianten: Oberweser-Pipeline, Nordsee-Pipeline und Neue Integrierte Salzwassersteuerung (NIS).

Verringerte Einleitung

Die dritte Variante ist eine modernisierte Form, Abwasser in den Untergrund zu versenken und wieder zurückzupumpen – verbunden mit einer verringerten Einleitung von Salzabwässern in die Flüsse. Waldmann erklärte, die NIS könne ab 2016 greifen; mit ihr werde die Salzkonzentration in Werra und Oberweser um 30 Prozent verringert.

Die Investition sei K+S positiv anzurechnen, meinten die Bürgermeister Haase und Hix. Allerdings, und das hob auch Wemheuer hervor, reiche die Neue Integrierte Salzwassersteuerung nicht aus, damit Werra und Weser ab 2020 wieder sauber werden. Nötig sei eine Fernleitung an die Nordsee, forderten Haase, Hix, Wemheuer und Weigel gleichermaßen.

Ob K+S die Leitung bauen werde, wollte Moderator Weigel vom Forschungs- und Entwicklungschef wissen? Schließlich dürfe die Firma nur noch bis 2015 Abwässer in den Untergrund versenken. „Das ist ein Abwägungsprozess“, antwortete Waldmann.

Er unterstrich, dass K+S bis Ende 2012 die Einleitanträge stellen will – für die Nordsee, aber auch für die Oberweser auf hessischer Seite.

K+S soll neue Technik prüfen

Göttingens Kreisrätin erklärte, eine kurze Leitung zur Oberweser löse das Problem nicht. Die Pipeline an die Nordsee sei die noch ökologisch verträglichste Lösung. Sie verstehe nicht, warum Niedersachsens Landesregierung sich dagegen sperre.

Der Mündener Landtagsabgeordnete Ronald Schminke (SPD) forderte K+S auf, ernsthaft neue Technologien zu prüfen, um in den Lagerstätten im Kalirevier soviel wie möglich an Abfällen zu vermeiden. Erst wenn das der Fall ist, könne sich Niedersachsen mit der Nordseepipeline beschäftigen. Schminke sprach sich gegen eine Pipeline zur Oberweser aus: „Die will niemand hier.“ Eine Leitung zur Nordsee wiederum, das wisse er aus Gespräche mit Fischern, werde in der Küstenregion auf Widerstand stoßen.

Von Helmut Krischmann

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