250 Dinge, die wir an der Region mögen (40): Die Kehlsmühle bei Müsenbach

Sägen mit Wasserkraft

Die Kehlsmühle bei Müsenbach: Im Vordergrund das Wehr mit dem Mühlrad. Fotos: Manns

Müsenbach. Direkt an der Straße unweit des Haunetaler Ortsteils Müsenbach steht die Kehlsmühle an der Haune. Das Wasser des Bachs wird durch ein Wehr zum unterschlächtigen Mühlrad geleitet. Das bedeutet, dass das Wasser nicht mit einer Rinne über das Mühlrad läuft, sondern unter dem Rad durch. Diese Art ein Mühlrad anzutreiben wird als unterschlächtiger Antrieb bezeichnet und ist die älteste Antriebsart bei Wasser- oder Mühlrädern.

Bis heute setzt Heinrich Huff sein Mühlrad mit der Kraft des Haunewassers in Bewegung, wenn er Bretter oder Balken mit seinem Horizontalsägegatter schneiden will. Eine Technik aus längst vergangener Zeit kommt hier zum Einsatz, ohne die Umwelt zu belasten, ohne Strom oder sonstige klimaschädliche Energien zu verbrauchen und ohne CO² -Ausstoß.

Aber Heinrich Huff klagt über mangelnde Aufträge. „Es lässt heutzutage kaum einer mehr was schneiden bei mir“, sagt er und fügt voller Wehmut hinzu, dass er „sowieso bald Schluss macht mit dem Sägewerk“.

Wasserrechte erworben

Alte, aber verlässliche Technik: das Horizontalsägegatter

Die Wasserrechte erwarben die damaligen Besitzer der „Kehlsmühle“ um das Jahr 1700 herum, das genaue Jahr kann Heinrich Huff nicht mehr nennen. Und so ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann auch diese schöne historische Mühle im Haunetal den Betrieb einstellen wird und ein weiteres Mühlrad sich dann nicht mehr dreht.

Über die Mühlen im unteren Haunetal gibt es ein Buch von Harald Neuber. Dort steht alles Wissenswerte über die Haunetaler Mühlen zum Nachlesen drin. Das Buch ist im Moritz Schäfer Verlag erschienen und kann in jeder gut sortierten Buchhandlung bestellt werden.

Von Gerhard Manns

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