Der Trend geht im Landkreis zur Selbstversorgung im Forst

Sägen lohnt sich: Im Wald ist Holz billiger

Mit diesen Scheiten wird es richtig warm und kuschelig im Haus: Jens Müller (links) und Jörg Braun vom Forstamt Bad Hersfeld kennen die Vorteile, die das Heizen mit Holz bietet. Foto:  Backovic

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg besorgen sich ihr Holz selbst im Wald. Schon seit einiger Zeit zeigt sich der Trend, den Rohstoff mit eigener Muskelkraft aufzuarbeiten, um Geld zu sparen. 40 Prozent des Brennholzes im Gebiet des Forstamtes Bad Hersfeld geht inzwischen pro Jahr an Privatleute. Das seien 10 000 Raummeter (Rm), bestätigt Jens Müller, Leiter des Forstamtes Bad Hersfeld.

Auch Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamtes Rotenburg, beobachtet diese Tendenz: „Das Umwelt- und Energiebewusstsein der Leute ist deutlich gestiegen.“ Im Gebiet des Rotenburger Forstamtes gehen ebenfalls 10 000 Rm im Jahr an Privatkunden, sagt Führer.

Ein wichtiger Grund für die Eigeninitiative im Forst ist laut Müller grundsätzlich der günstige Preis. Wer im Wald die Kettensäge anwirft, das Kronenholz selbst zerlegt und nach Hause transportiert, zahlt in Bad Hersfeld und Rotenburg 25 Euro je Rm Laubholz. „Diese Menge entspricht umgerechnet 200 Litern Heizöl“, sagt Jörg Braun vom Bad Hersfelder Forstamt.

Auch die Umwelt wird mit dem Verfeuern von Buche, Eiche und Fichte geschont: Holz ersetzt im heimischen Ofen den Verbrauch von Gas und Öl. Außerdem setzt es beim Verbrennen nur das Kohlendioxid frei, das die Bäume beim Wachsen gespeichert haben. „Die Menge an verkaufbarem Holz wächst zudem jedes Jahr nach“, sagt Müller.

Ein Beleg für das gestiegene Interesse am Holz sind die Teilnehmerzahlen der Lehrgänge, in denen Laien den Umgang mit der Kettensäge üben. Dabei erwerben sie den Aufarbeitungsschein, der sie zum Hacken und Sägen von Holz berechtigt. Vor zehn Jahren seien es nur zehn Teilnehmer pro Jahr gewesen, erinnert sich Führer – jetzt sind es bis zu 60. Noch größer ist die Nachfrage in Bad Hersfeld: Müller berichtet von 200 Teilnehmern im Jahr. Zum Tage, Hintergrund

Von Dorothea Backovic

Kommentare