Russische Sommer-Grippe und Hersfelder Fernweh

Kai A. Struthoff

Wenn K+S hustet, dann hat das Kali-Revier an der Werra schnell Grippe! Der dramatische Kursabsturz, den der Kali-Konzern zum Anfang der Woche verkraften musste, ist allerdings mehr als nur ein Hustenreiz. Der Börsenwert von K+S ist binnen zwei Tage von mehr als fünf Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro geschrumpft. Vorstandschef Norbert Steiner beruhigt jetzt in einem Schreiben seine besorgten Mitarbeiter, der Konzern habe schon öfter Phasen der Unsicherheit erlebt.

Angesichts der aggressiven Preispolitik der russischen Konkurrenten von Uralkali klingen Steiners Worte eher wie Durchhalte-Parolen, schreiben jedenfalls die Kollegen vom Handelsblatt. Wir freuen uns derzeit noch über die sprudelnde Gewerbesteuer im Revier, aber wir sollten nicht vergessen, dass sich das schnell ändern kann.

Langsam neigt sich die Theater-Saison in der Stiftsruine dem Ende zu. Das Theater hinter den Kulissen indes geht weiter. In der vergangenen Woche reagierte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Thomas Handke, in scharfer Form auf die Vorwürfe der NBL, die ihm die Schuld am Festspielstreit in die Schuhe schieben wollte und nannte die NBL „Brunnenvergifter“. Sonst aber kam keine politische Reaktion auf den durchsichtigen Versuch der NBL, von den eigenen Attacken auf die Festspiele abzulenken. Am Sonntag will Intendant Holk Freytag nun seine persönliche Bilanz der Festspiele ziehen – darauf bin ich gespannt.

Am vergangenen Sonntag war meine Kollegin Emily Spanel an einem glühend heißen Tag in Fischbeck im Hochwassergebiet, um dort gemeinsam mit einer DRK-Delegation das stolze Ergebnis der Benefizaktion für die Flutopfer zu übergeben. Natürlich haben wir darüber umfassend berichtet, denn das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Und natürlich kommen sofort Briefe, die sich an der „effektiven Selbstdarstellung“ des DRK stören und darauf verweisen, dass ja auch viele andere Hilfsorganisationen vor Ort waren. Klar, auch über die haben wir ausführlich berichtet. Aber um es nochmal deutlich zu sagen: Danke an alle Helfer und Spender – Ihr Einsatz war wichtig!

Während offenbar Stadt und Region am Baggersee oder am Strand liegen, wird bei uns in der Redaktion fleißig gearbeitet. In drei Wochen erscheint unsere große Sonderbeilage zum 250. Geburtstag, und 72 Seiten müssen gefüllt werden. Der Sommerurlaub fällt deshalb in diesem Jahr für viele von uns aus.

Ich leide immer besonders unter Fernweh und freue mich deshalb umso mehr über die vielen herzlichen Urlaubsgrüße, die uns von unseren Lesern im Zuge der Ferienfoto-Aktion erreichen. Ich bin wirklich gerührt, wohin Sie Ihre Hersfelder Zeitung überall mitnehmen und welch tolle Bildideen dabei entstehen.

Die Wahl des Siegerfotos wird sicher schwer – eigentlich müssten wir zur Belohnung einen ganzen Bus voller Leser mit unseren Partnern von der Reisewelt Teiser&Hüter an den Gardasee schicken. Aber es kann nun mal nur einer gewinnen.

Noch sind zwei Wochen Ferien, das Wetter ist toll, und wir hoffen weiter auf schöne Fotos. Also: Machen Sie uns ruhig weiter neidisch!

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