Heute beginnt Vermittlungsverfahren zu strittigem Großprojekt

Runder Tisch ringt um Windpark Wehneberg

Dr. Danuta Kneipp

Bad Hersfeld. Im Streit um den geplanten Windpark im Stadtwald auf dem Bad Hersfelder Wehneberg soll ab heute an einem Runden Tisch mit allen Beteiligten nach Lösungen gesucht werden. Das mit Spannung erwartete so genannte Mediationsverfahren im Auftrag der landeseigenen Hessen Agentur und des Landesumweltministeriums wird von der renommierten Strategie- und Kommunikationsberatung IFOK mit Sitz in Berlin moderiert, die unter anderem auch das langjährige Vermittlungsverfahren am Frankfurter Flughafen geleitet hat.

„Eine Mediation ist keine Schlichtung“, erklärt Dr. Danuta Kneipp von IFOK. Ohnehin sei der Runde Tisch kein Ersatz, sondern eine informelle Ergänzung der rechtlich vorgeschriebenen Genehmigungsverfahren. Die Politologin und ausgebildete Mediatorin moderiert, macht aber selbst keine Lösungsvorschläge. Am Tisch sitzen Vertreter der Stadt, der Parteien, der Bürgerinitiative, der Firma Abo-Wind, des Regierungspräsidiums sowie Ortsvorsteher, die gemeinsam Lösungen finden sollen.

Zunächst sollen alle Beteiligten auf das gleiche Informationsniveau gebracht werden, erläutert Kneipp. „Es gibt eine ganze Reihe von Unklarheiten“, sagt die Mediatorin, die im Vorfeld bereits viele Informationgespräche in Bad Hersfeld geführt hat, und dabei selbst erfahren hat, wie strittig das Thema Wehneberg ist. Deshalb sei es wichtig, überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine Zeitvorgabe für die Dauer des Mediationsprozesses gibt es laut Kneipp nicht.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald“ begrüßt das Mediationsverfahren, das nun die so lange versprochene, aktive Bürgerbeteiligung ermögliche, betont aber erneut, dass der Stadtwald „der falsche Ort für Windräder“ sei . Seite 2+5

Von Kai A. Struthoff

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