Rumoren in der Klinik und schlechte Geschäfte

Karl

Sie gilt als Aushängeschild im medizinischen Portfolio der Stadt Bad Hersfeld, doch derzeit rumort es in der Orthopädischen Klinik oberhalb des Kurparks. Seit Kurzem wissen die Mitarbeiter aus dem Bundesanzeiger, dass sie zum Jahresende 2012 mehr als 2,5 Millionen Euro an das örtliche Klinikum – dessen Tochter die Orthopädie ist – verliehen hatten. Während dort aber nach Tarif bezahlt wird, bekamen viele Orthopädie-Schwestern, Physiotherapeuten, einige Verwaltungsangestellte und Auszubildende für ihren hohen Einsatz ein zum Teil deutlich untertarifliches Gehalt, obwohl in der Orthopädie Jahr für Jahr Geld verdient wurde – im Gegensatz zum Klinikum. Nun ist die Gewerkschaft verdi auf dem Plan. Wenn es hart auf hart geht, könnte das Leistungsausfälle oder gar Streiks bedeuten. Vielleicht wäre es für das Management am Ende doch günstiger, künftig nach Tarif zu bezahlen.

Der immer wieder diskutierte Verkauf des alten Verwaltungsgebäudes im Schilde-Park scheint bei näheren Hinsehen kein lohnenswertes Geschäft zu sein. Zwar wäre die Stadt eine nicht ganz unproblematische Immobilie los, doch hätte sie dann auch nur noch geringen Einfluss auf die Nutzung. Noch dazu wäre mit einem Verkauf kaum Gewinn zu machen, weil die hohen Sanierungskosten von annähernd acht Millionen Euro natürlich berücksichtigt werden müssten. Vorläufig kein Thema mehr scheint auch das Technik- oder Industriegeschichte-Museum zu sein, das hier eigentlich Platz finden sollte. Dafür fehlt es momentan schlicht am Geld.

Eine etwas seltsame Vorlage stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtplanung in Bad Hersfeld. Denn den vom Bürgermeister initiierten Vorschlag, auf dem Marktplatz mittels Sensoren die Belegung der Parkplätze zu regeln, hatte der Magistrat zuvor nicht gesehen. Auch war das Papier „zur Entscheidung“ in den Ausschuss gelangt, obwohl das Sache der Stadtverordnetenversammlung ist. Nun denn, die Ausschussmitglieder haben sich über das topmoderne System informieren lassen und wissen jetzt ganz genau Bescheid, wenn bei anderer Gelegenheit darüber abgestimmt wird. Und wenn man sich dann auch noch beim Rest des Parkleitsystems zu einer Entscheidung durchringt – gar nicht auszudenken.

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