Detlef von Bremen ist verantwortlich für die Pyrotechnik der Festspiele

Die Ruine ist entflammt

Spektakel: Flammen züngeln an der Außenwand der Stiftsruine. Foto: nh

Bad Hersfeld. Die Stiftsruine brennt – und das ist sogar gewollt: Für die Inszenierung von „Der Name der Rose“ will Intendant und Regisseur Holk Freytag die Bad Hersfelder Festspielbühne auch in diesem Jahr wieder in lodernden Feuerschein tauchen. Ungefährlich sind die spektakulär anzusehenden Spezialeffekte jedoch nicht – den Verantwortlichen kommt daher eine ganz besondere Rolle zu.

Detlef von Bremen kann auf fünf Jahre Erfahrung als Pyrotechniker der Bad Hersfelder Festspiele zurückblicken. Unzählige Arbeitsstunden hat er schon in die Planung und Umsetzung der verschiedensten Feuereffekte investiert. In diesem Jahr soll es bombastisch werden: Für „Der Name der Rose“ entsteht gleich eine ganze Feuerwand. „Sieben Fenster der Stiftsruine werden gleichzeitig von außen beleuchtet“, sagt von Bremen.

28 Gasflaschen sind dann im Einsatz, vier an jeder Feuerstelle. In dieser Situation gilt es, den Überblick zu behalten. Über Funk hält sich von Bremen über das Bühnengeschehen auf dem Laufenden, um die Pyrotechnik an der Außenwand der Stiftsruine dann im richtigen Moment per Knopfdruck zu starten. Etwa vier Minuten wird der Feuerzauber andauern.

Arbeit mit Wehr

Damit die mehrere hundert Grad heißen Flammen das Gemäuer der Stiftsruine nicht in Mitleidenschaft ziehen, arbeitet Detlef von Bremen eng mit der Feuerwehr der Stadt Bad Hersfeld zusammen. „Im Vorfeld nehmen wir genaue Temperaturmessungen vor, um die Dauer der möglichen Beflammung abschätzen zu können“, sagt Stadtbrandinspektor Thomas Daube. Auch die Einhaltung aller Sicherheitsabstände werde mehrfach kontrolliert. Nur so könne die Sicherheit der Zuschauer gewährleistet werden.

„Während der Aufführungen sind außerdem sechs Kameraden anwesend, die im Notfall schnell eingreifen können“, sagt Daube.

Für den gelernten Schreinermeister von Bremen habe die Arbeit als Pyrotechniker in all den Jahren nie an Reiz verloren. Besonders das in der Ruine verbaute Holz habe ihn vor spannende Herausforderungen gestellt: „Meine Kunst besteht darin, dass die Zuschauer die feuerfesten Konstruktionen gar nicht bemerken dürfen“. Mal habe er zum Schutz des Bühnenbodens Blechplatten verlegt, mal Glasfasern. Die einzelnen Bühnenteile bestreicht er zusätzlich mit einer feuerfesten Paste.

Das Feuer entfachen

„Bislang ist noch nie etwas passiert“, erklärt der Pyrotechniker. Auch die Vorbereitungen für diese Festspielsaison sind fast abgeschlossen. Endgültige Sicherheit werden aber erst die Durchlaufproben bringen- bis dahin kann von Bremen noch auf Änderungswünsche des Intendanten reagieren. „Schließlich wollen wir vor allem bei den Zuschauern ein Feuer entfachen.“

Von Emily Spanel

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