Barrierefreiheit war das große Thema des Lolls-Festzugs 2013

Rüstige Rentner rollen mit

Aus Kaltenlengsfeld kamen die Fahnenschwinger zum Festzug.

Bad Hersfeld. So viele Rollatoren wie in diesem Jahr gab es wohl noch nie im Lollsfestzug. Zahlreiche Gruppen und Vereine hatten das Motto „Alle machen mit – Lolls ohne Barrieren“ aufgegriffen und zeigten, dass bei ihnen Junge und Alte, Menschen mit und ohne Behinderung willkommen sind.

So hatte zum Beispiel Bad Hersfelds größter Turnverein nicht nur seine Karnevalsmannschaft um Jahre gealtert auf den Parcours durch die Stadt geschickt, sondern auch jede Menge erfolgreiche Sportler aus früheren Jahrzehnten. Und der Nachwuchs wurde nicht etwa bequem auf dem Lkw durch die Stadt gefahren. Die jungen Turnerinnen und Turner schlugen Räder und machten Luftsprünge und die Badminton-Mannschaft schlug beim Marschieren Federbälle übers Netz.

Von Steinzeit bis Zukunft

Rüstige Rentner mit Gehhilfen hatte auch die Siedlergemeinschaft Lax aufzubieten, während sich die Sozialen Förderstätten für Behinderte der Entstehung und Entwicklung des Rollstuhls gewidmet hatten und einige eindrucksvolle Modelle von der Steinzeit bis in die Zukunft präsentierten.

Dass Menschen mit Behinderungen ebenso zur Gemeinschaft einer Stadt gehören wie Senioren, das machten die Lebenshilfe Bad Hersfeld, die Stiftung Hospital und die K&S-Seniorenresidenz unter dem Motto „Morgens Fango, abends Tango“ mit ihren liebevoll gestalteten Festzugsbeiträgen und dem offensichtlichen Spaß an der Teilnahme deutlich.

Als barrierefreie Sportarten präsentierten sich das Reiten, vertreten durch den Reiter- und Ferienhof Hofgut Tann und den Reitverein „Glockenreiter“, sowie die Hersfelder Schützengilde.

Wie man Grenzen überwindet und dabei Freundschaften findet, machten die Kinder von der Rappelkiste mit ihren kunterbunten, aufwändig gestalteten Regenbogenfisch-Kostümen vor.

Grenzgänger zwischen den Kulturen sind die Deutschen aus Russland. Der Chor Rjabinuschki bereicherte den Festzug mit bunten Kostümen und vielen fröhlichen Lieder, gesungen auf Russisch und auf Deutsch.

Zum Grenzen überschreiten hatten sich auch die Pilger der evangelischen Kirchengemeinden auf dem Lutherweg aufgemacht.

Wenn alle mitmachen, kann man es auch schaffen, freuten sich die Fußballfrauen der SG Kathus über ihre Meisterschaft.

Grenzenlos sehen die Motorsportler vom MSC Bad Hersfeld ihren Sport – Treppen gibt es bei ihnen nicht zu überwinden, denn „das einzige Treppchen ist das Siegertreppchen“. Der TTC Lax fasste das Motto Barrierefreiheit besonders weit und schloss darin auch Marsmännchen mit ein.

Lolls-Umzug 2013

Sport für alle, egal ab jung oder alt, stellte die Sportschule Michael Möller vor. Auch hier zeigten die Kinder auf der Festzugsroute immer wieder Kampfsportvorführungen. Menschen jeden Alters sprachen auch der Judo Club Bad Hersfeld und der Radsportverein „Frisch Auf Bad Hersfeld 1912“ an. Dass Humor keine Frage des Alters oder Geschlechts ist, zeigte der TSV Sorga mit seiner Karnevalsabteilung und einem schön gestalteten Hummel-Wagen.

Der FSV Hohe Luft stellte im Festzug seine Jugendmannschaften vor und auch Holz Jung schickte einen großen Lkw durch die Stadt.

Schwerstarbeit leisteten die Fahnenschwinger der Folkloretanzgruppe Kaltenlengsfeld.

Wie man barrierefrei Karriere machen kann, das führten die Studierenden des Studiums plus vor, während die Auszubildenden, die den Konzern Strabag in großer Zahl im Festzug vertraten, immer wieder Mauern aus mitgeschleppten Styroporelementen aufbauten und wieder auseinandernahmen.

Besonders gut beim Publikum kamen die „Eichhof-Elfen“ an, die mit Vokuhila-Perücken und bauchfreien Oberteilen den Weg freitanzten. Auch die Lollsteufel, die Sesamstraße aus Wippershain und der Partywagen von BenH-Music sorgten für kräftig Stimmung.

Pferdeomnibus

Mit einem aufsehenerregenden Gefährt, einem vierspännigen Pferdeomnibus, machte das als Wikinger verkleidete Team von Sport & Show Werbung für die 40. Veranstaltung im Januar.

Angeführt wurde der Zug wie immer von den Herolden des Reitstalls Altmüller, dem Stadtmusikverein, den Stadtsoldaten, den Hersfelder Mönchen, Feuermeister Klaus Otto und den Honoratioren. Vertreten im Festzug waren auch die Delegationen aus den Partnerstädten L’Hay-les-Roses und Sumperk, Bürgermeister Ray Sanderson aus Malmesbury und die Besatzung des Patenboots Zobel. Und natürlich durften die Festspiele, das „wortreich“, die Kreishandwerkerschaft, die diesmal von Bäckern und Fleischern vertreten wurde, der Kreisausschuss und als krönender Abschluss der prachtvoll bunte Wagen der Schausteller nicht fehlen.

Musik machten der Stadtmusikverein Bad Hersfeld, der Musikzug des Turn- und Sportvereins Bebra, das Gymnasiale Blasorchester (GBO) von der Modellschule Obersberg, der Musikzug Eiterfeld und Arzell, das beliebte Musikcorps Ufhausen und der Fanfarenzug aus Hofgeismar.

Von Christine Zacharias

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