Von Anfang an dabei : Mitglieder des Chorvereins sind die Festspiel- Statisten

Das Rückgrat des Theaters

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Mitglieder der Dorfbevölkerung, Vasallen des Landvogts, Bauern und Fischer: Die Statisten des Chorvereins schlüpfen in viele Rollen. 

Bad Hersfeld. Der Sommerurlaub fällt aus, denn sie verbringen von Mai bis August fast jeden Abend in der Stiftsruine: Die Statisten. Sie sind das Rückgrat der Inszenierungen und sorgen für ein lebendiges Hintergrundbild. Bei den Festspielen bilden traditionell Mitglieder des Bad Hersfelder Chorvereins die Statisterie.

„Die Faszination des Theaters und das besondere Flair sind die Gründe, warum ich seit acht Jahren dabei bin“, erzählt die 24-jährige Luise Schmidt. Genauso lange machen Bernd Schill und seine Ehefrau schon mit: „Wir verbringen unseren Sommer gemeinsam hier, auch wenn wir immer aus Bebra herkommen müssen“, erzählt er.

Lange Wartezeiten

Statist Günther Busch kann aber auch einen Nachteil nennen: „Störend ist, dass man so viel Zeit mit Warten auf den nächsten Auftritt verbringen muss. Beim Musical kann man da wenigstens die gute Musik genießen. Dafür ist das Schauspiel die größere Herausforderung“, sagt Busch, der bereits in einigen Fernsehproduktionen als Statist mitgewirkt hat.

„Früher habe ich auch mal überlegt, Schauspieler zu werden. Aber das Vagabundenleben der Schauspieler ist hart, das ist mir durch die Einblicke hier erst klar geworden“, fügt er hinzu.

Das Einstudieren des Statisten-Chores übernimmt Helgo Hahn, Lehrer an der Obersbergschule und seit dem Jahr 1975 Statist: „Meiner Arbeit kommt das zu Gute, denn meine Schüler wissen, dass ich nicht nur rede, sondern das Wissen auch auf der Bühne umsetzen kann.“

Nicht nur Gesang und Schauspiel machen Spaß: Aus Sicht vieler Statisten war die Inszenierung „Amadeus“ im Jahr 2005 wegen der aufwändigen Kostüme ein besonderer Höhepunkt. Hintergrund

Von Sonja Broy

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