Synergien nutzen: Blutspendedienst Hessen legt probeweise Spendeorte zusammen

Auf Rückgang reagieren

Wegen der anhaltenden Grippewelle gehen die notwendigen Blutreserven zurück. In Hessen sei die Reichweite derzeit von vier auf gerade mal einen Tag zusammengeschrumpft. Foto: dpa

Bad Hersfeld. Aktuell macht die Grippewelle dem Blutspendedienst Hessen das Leben schwer. Weil immer mehr Menschen erkranken, geht folglich auch die Zahl an gesunden Blutspendern zurück. „Normalerweise haben wir bei den Blutkonserven eine Reichweite von vier Tagen. Aktuell beträgt sie jedoch nur noch einen Tag“, erklärt der Obersuhler Udo Sauer, Werbereferent des DRK-Blutspendediensts.

Doch dieses Phänomen bleibt auf einen gewissen Zeitraum beschränkt und das Spendenaufkommen dürfte sich dann langsam wieder normalisieren. Wenn es da nicht noch ein anderes Problem gäbe. Die grundsätzliche Bereitschaft der Menschen, Blut zu spenden, scheint rückläufig zu sein.

So wurden bereits in der Gemeinde Hohenroda die eigentlich acht Spendentermine – je vier für Ausbach/Ransbach und vier für Mansbach – auf jeweils zwei in diesem Jahr zusammengestrichen. „Wir haben probeweise damit begonnen, Termine zusammenzulegen. Es bringt uns nichts, wenn wir das gesamte Team für gerade einmal 50 Blutspender über Land schicken“, erklärt Ralf Debus vom Blutspendedienst Hessen aus Frankfurt. Dabei handele es sich jedoch um ein Pilotprojekt, das jederzeit wieder rückgängig gemacht werden könne. „Jetzt müssen wir erst einmal schauen, wie sich das alles so bewerkstelligen lässt“, führt Debus weiter aus.

Neben den den beiden Hohenrodaer DRK-Ortsvereinigungen sind auch anderswo Zusammenlegungen geplant.

So treffe es auch die Gemeinde Friedewald, weil die dortige DRK-Bereitschaft überaltert sei. Allein aus diesem Grund sei ein Zusammenschluss unumgänglich. „Die Friedewälder sind von uns bereits aufgerufen, die Spendentermine in Ausbach und Ransbach sowie in Schenklengsfeld wahrzunehmen. Vielleicht bekommen wir in diesem Jahr aber noch zwei eigene Termine für Friedewald in der Festhalle hin“, erklärt Sauer.

Das Werratal trifft’s auch

Ebenso sei im Werratal angedacht, die Termine für Widdershausen und Heringen zu koordinieren. Das gestalte sich jedoch schwierig, weil es gewisse Animositäten zwischen den Bürgern der beiden Orte gebe. „Wir haben daher den Widdershäusern auch angeboten, in Obersuhl zu spenden“, erklärt Sauer.

Auch im Bereich des DRK-Kreisverbands Rotenburg werde laut Sauer über Strukturänderungen nachgedacht. Für die Bereiche Bosserode, Richelsdorf und Obersuhl solle versucht werden, Spendentermine nach dem Rotationsprinzip anzubieten. „Hoffentlich klappt das“, drückt es Sauer vorsichtig aus. Denn genau so, wie es immer wieder Reibereien zwischen Widdershausen und Heringen gebe, seien sich auch die Bosseröder und die Obersuhler nicht immer wohl gesonnen.

Von Mario Reymond

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