Dekan Ulrich Brill zieht während der Kreissynode ein Resümee seiner Arbeit

Rückblick mit Wehmut

Ulrich

Bad Hersfeld. Etwas ausführlicher als sonst – und natürlich mit der einen oder anderen Prise Wehmut – erstattete der im Juni aus dem Amt scheidende Dekan des Kirchenkreises Hersfeld, Ulrich Brill, seinen alljährlichen Bericht bei der Kreissynode.

Anhand der Haushaltspositionen schlug der 62-Jährige einen Bogen von der Kirchenmusik bis zur Bad Hersfelder Tafel. Dabei sprach er an, was sich bewährt hat, was sich verändert hat und was an Herausforderungen auf den Kirchenkreis zugekommen ist. Als besonders gelungen bezeichnete er das „fast flächendeckende System von Ortsjugendpflegen“ und die Arbeit des Zweckverbandes für Diakonie, dessen Mitarbeiterzahl sich mit dem Zuwachs an Aufgaben von 20 auf 40 erhöht habe: „Ein großartiges Team mit einer hochengagierten Geschäftsführerin!“ Auch für den Eine-Welt-Laden fand er lobende Worte.

Solide Basis

Angesichts der soliden finanziellen Basis der „hochrespektierten Einrichtung“ kündigte Brill an, dass der Laden mit Zustimmung des Kirchenkreisvorstandes in den vorderen Teil des von ihm genutzten Gebäudes in der Klausstraße umziehen werde, wo er direkt gegenüber des Hauses der Hersfelder Zeitung noch sichtbarer für fairen Handel eintreten könne.

Schweren Herzens wies der 1990 nach Bad Hersfeld gekommene Geistliche allerdings auch darauf hin, dass der Kirchenkreis in den letzten 22 Jahren – „zu 97 Prozent aufgrund des demografischen Wandels“ – 13670 Gemeindemitglieder verloren habe und jetzt nur noch 46150 „Seelen“ zähle. „Gab es 1991 noch 607 Taufen, so waren es 2012 nur 352. Demgegenüber stehen 646 Beerdigungen.“ Angesichts dessen sei der Pfarrstellenanpassungsprozess folgerichtig.

Zuversichtlich kleiner werden

Gleichwohl müsse als Maxime für die Zukunft gelten: „Zuversichtlich kleiner werden und dabei dennoch geistlich wachsen!“ Nicht zuletzt könne dies mit Hilfe des immer größer gewordenen Schatzes an Ehrenamtlichen geschehen, deren Kompetenzen es kontinuierlich zu stärken und zu fördern gelte.

Von Wilfreid Apel

Kommentare