Heimischer SPD-Bundestagsabgeordneter bleibt Sprecher seiner Fraktion in Berlin

Roth will Europa besser erklären

Michael Roth

Berlin. Die SPD-Bundestagsfraktion hat den Bundestagsabgeordneten Michael Roth erneut zu ihrem europapolitischen Sprecher gewählt. Damit führt der 41-jährige Heringer auch in den kommenden zwei Jahren den Vorsitz der Arbeitsgruppe Europa der SPD-Bundestagsfraktion und bleibt Obmann für seine Partei im Europaausschuss des Bundestages.

Roth übt dieses Amt seit November 2010 aus und gehört damit ebenfalls dem Fraktionsvorstand an. „Ich freue mich über das Vertrauen meiner Kolleginnen und Kollegen, mir erneut dieses Amt zu übertragen, auch wenn es ganz sicher nicht leicht werden wird“, sagte Roth nach der Wahl.

Der SPD-Politiker sieht das Parlament angesichts der aktuellen Situation vor eine gewaltige Aufgabe gestellt: „Die EU ist in einer noch nie dagewesenen Schulden- und Vertrauenskrise. Um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen, muss Europa nicht nur besser erklärt, es muss vor allem besser gemacht werden“, ist Roth überzeugt. So sei die Aufstockung des Euro-Rettungsschirms richtig gewesen, doch noch wichtiger sei, dass die Bundesregierung endlich ein umfassendes Gesamtkonzept zur Lösung der Krise vorlege. „Dazu gehören Steuern auf Finanzspekulationen, Wachstumsprogramme für mehr Arbeit und Beschäftigung und eine weit reichende Regulierung der Finanzmärkte“, fordert Roth.

Die Erfolgsgeschichte Europas dürfe nicht durch das Zögern und Zaudern der Bundesregierung aufs Spiel gesetzt werden. Gerade für Nordhessen sei die EU besonders wichtig. „Als Logistikdrehscheibe ist die Region von nationaler und europäischer Bedeutung“, erklärt Roth und verweist darauf, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen ihre Produkte hauptsächlich auf dem europäischen Markt absetzten.

Zudem habe die Region immer wieder von EU-Förderprogrammen für Qualifizierung, Infrastruktur und Beschäftigung profitiert. (red/kai)

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