SPD-Bundestagsabgeordneter legt seine Einkünfte vor: Netto monatlich 5101,02 Euro

Roth öffnet seine Geldschatulle

Bad Hersfeld. „Mancher Deutsche lässt Fremde lieber in sein Schlafzimmer blicken als in seine Geldbörse“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth. Das Einkommen sei für viele Bundesbürger ein gut-gehütetes Geheimnis. Er selbst orientiere sich aber lieber an den USA oder Skandinavien, wo es üblich ist „gläserne Taschen“ zu haben.

„Ich habe ein öffentliches Amt, und deshalb mache ich auf meine Einkünfte öffentlich“, sagt Roth und präsentiert auf vier Seiten aufgelistet seine Einnahmen und Ausgaben. Als Bundestagsabgeordneter erhält Roth derzeit wie alle anderen, unabhängig von Alter, Familienstand oder Parlamentszugehörigkeit ein monatliches Gehalt in Höhe von 7668 Euro. Diese so genannten „Diäten“ sind voll zu versteuern, eine 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld gibt es nicht.

Steuerfreie Kostenpauschale

Außerdem bekommt Roth, wie jeder andere Abgeordnete die steuerfreie Kostenpauschale von 3984 Euro, die für Fahrtkosten, die Zweitwohnung in Berlin, den Unterhalt der Büros in Bad Hersfeld und Eschwege, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden. Anders als normale Steuerbürger können Bundestagsabgeordnete solche Aufwendungen nicht als Werbungskosten absetzen. Darüber hinaus erhält Roth 12 000 Euro im Jahr als Bürokostenpauschale, etwa für Papier, Telefon oder Software.

Wie jeden anderen Abgeordenten stehen ihm zudem monatlich 14 978 Euro brutto für die Beschäftigung seiner Mitarbeiter in Berlin, Bad Hersfeld und Eschwege zu Verfügung. Insgesamt arbeiten neun Mitarbeiter vom Büroleiter bis zum Praktikanten für ihn.

Spendet 1683 Euro

Von seinen monatlichen Diäten in Höhe von 7646,99 im Jahr 2009 bleiben ihm nach Abzug der Steuern in Höhe von 2545,97 genau 5101,02 Euro übrig. Wie viele andere Menschen in öffentlichen Ämtern spendet auch Roth verhältnismäßig viel Geld, etwa an seine Partei, den Sozialfond der Friedrich-Ebert-Stiftung und an andere Einrichtungen – nämlich monatlich 1638,08 Euro, sodass ihm im Jahr 2009 ein monatliches Nettoeinkommen von 3462,94 blieb.

Seit einiger Zeit ist Roth auch europapolitischer Sprecher seiner Partei, wofür er eine Funktionszulage in Höhe von voll zu versteuernden 1080 Euro erhält, was künftig sein Netto-Einkommen etwas erhöhen dürfte. Für seinen Posten als Generalsekretär der Hessischen SPD bekommt er indes kein Gehalt, verfügt aber über einen Dienstwagen vom Typ Passat, für den Roth monatlich 506 Euro an die SPD zahlt.

Kein Hungerlohn

Detaillierte Aufstellung der Einnahmen des Bundestagsabgeordneten Michael Roth:

Meine Bezüge als Bundestagsabgeordneter

„Ich finde, Bundestagsabgeordnete werden nicht zu gut bezahlt“, meint Roth, obwohl er natürlich weiß, dass die „Diät“ beileibe kein Hungerlohn ist, sondern für viele Menschen viel Geld darstellt. Aber das Gehalt solle ja laut Verfassung auch die Unabhängigkeit des Amtes sichern und orientiere sich an den Bezügen von Richtern oder Bürgermeistern. Anders als manche seiner Politiker-Kollegen sitzt Roth nicht in lukrativen Aufsichtsräten oder hat andere Nebeneinkünfte. „Der Bundestag ist ein Vollzeit-Job, bezahlte Nebenbeschäftigungen kommen für mich nicht in Frage.“

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