SPD-Politiker will Rating-Agenturen bändigen

Roth favorisiert EU-Währungsfonds

Bad Hersfeld. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth plädiert für einen europäischen Währungsfonds, um notleidenden Euro-Staaten zu helfen. In einem Interview mit unserer Zeitung sprach sich der Politiker aus Heringen auch für eine unabhängige europäische Rating Agentur als Korrektiv zu den amerikanischen Agenturen aus, deren Macht so eingedämmt werden könnte.

Gleichzeitig kritisierte Roth, der auch Europa-politischer Sprecher seiner Partei ist, die Politik der Bundesregierung. „Frau Merkel lässt zu, dass ohne Auflagen und politische Kontrolle die Europäische Zentralbank Staatsanleihen aufkauft – das halte ich für gefährlich!“ Gestern hatte die Bundeskanzlerin in Berlin eine Regierungserklärung zur Europapolitik und den Brüsseler Eurobeschlüssen abgegeben.

Optimistisch äußerte sich Roth über den Zustand der SPD nach dem Bundesparteitag. Vor allem die vielbeachtete Rede von Alt-Kanzler Helmut Schmidt, dessen politischer Lebenslauf die ganze Tragik des letzten Jahrhundert widerspiegele, habe deutlich gemacht, dass ein deutscher Patriot immer auch ein überzeugter Europäer sein müsse. Zur Frage, wer für die SPD als Kanzler kandidieren soll, wollte sich Roth nicht äußern. „Ich bin stolz, dass wir ein so überzeugendes Team mit hervorragendes Persönlichkeiten haben.“ Wer als Kanzlerkandidat antrete sei derzeit nicht entscheidend.  Zum Tage, Interview Seite 5

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