Rotes Kreuz Hessen: Satzung scheitert erneut

Hersfeld. Zum zweiten Mal scheiterte auf der Landesversammlung des Deutschen Roten Kreuzes Hessen der Versuch, eine neue Satzung einzuführen.

Nur 143 der 217 Delegierten aus den Kreisverbänden hatten am Samstag in Bad Hersfeld dafür gestimmt: zu Wenige für die benötigte Mehrheit von drei Vierteln. Im letzten Jahr war bereits vergeblich versucht worden, die Satzung auf einer außerordentlichen Sitzung einzuführen. „Wir haben damit eine wichtige Chance verpasst“, sagte Karl Georg Dittmar, Geschäftsführer des Kreisverbandes Hersfeld.

Mit der neuen Landesverbandssatzung sollte das sogenannte Territorialprinzip abgeschafft werden. Im Moment arbeiten die 39 hessischen Kreisverbände relativ eigenständig und haben Entscheidungshoheit in ihren Bezirken. Dies sollte sich teilweise ändern.

Vorgesehen war, dass beispielsweise ein Verband, der in der ambulanten Pflege besonders erfolgreich ist, auch ambulante Pflege in andern Kreisen betreuen sollen dürfte. „Jeder sollte das tun, was er am besten kann, das ist wichtig um im Wettbewerb gegen private Anbieter zu bestehen“, so Dittmar über die Idee hinter der angestrebten Änderung.

Auch habe man es erleichtern wollen, Neuerungen landesweit zu koordinieren. Würde der Landesverband heute beschließen, hessenweit mehr Altenheime zu bauen, könnten sich derzeit noch einzelne Kreisverbände dagegen entscheiden. Der neuen Satzung gemäß hätte dann ein anderer Kreisverband im fremden Einzugsgebiet ein neues Altenheim bauen können. Dittmar sieht hier einen möglichen Grund für die Widerstände: „Viele befürchten einen Machtverlust“, glaubt er.

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