Lange Haftstrafe – und es droht mehr

Rotenburger Rauschgifttäter in Fulda verurteilt

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Fulda. Immer wieder gerät ein 25-jähriger Mann aus Rotenburg wegen diverser Rauschgiftdelikte mit dem Gesetz in Konflikt und droht deshalb für viele Jahre hinter Gittern zu verschwinden.

Drei Jahre und neun Monate Freiheitsentzug verhängte die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Fulda jetzt gegen ihn wegen des Besitzes einer nicht geringen Menge von Betäubungsmitteln in Tateinheit mit unerlaubtem Handeltreiben.

Zwar ist in dieser Strafe ein früheres Urteil des Landgerichts von 2015 enthalten, nicht jedoch die zwei Jahre und drei Monate, zu der ihn das Schöffengericht in Bad Hersfeld Anfang dieses Monates verurteilt hatte. Aus beiden Entscheidungen muss dann bei Rechtskraft eine Gesamtstrafe gebildet werden. Aber auch die wird noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, weitere Verfahren sind anhängig.

Im jüngsten Fuldaer Prozess hatte der Rotenburger noch Glück, dass die ursprüngliche Anklage keinen Bestand hatte. Die warf dem 25-Jährigen sogar „bewaffnetes Handeltreiben“ vor, weil bei der Durchsuchung seiner Wohnung im April dieses Jahres nicht nur jede Menge Rauschgift, sondern auch ein Einhandmesser Modell Magnum und ein Teleskopschlagstock sichergestellt worden waren.

Im Urteil profitierte der Angeklagte jedoch von juristischen Komplikationen: nachzuweisen war der Besitz einer nicht geringen Menge von Drogen, aber nicht der Weiterverkauf einer Menge, die die relevanten Grenzwerte überschritten hat. Schließlich konsumierte der Rotenburger auch selbst. Die gefundenen Waffen hätten sich jedoch nach Paragraph 30a des Strafgesetzbuches nur beim Handel mit einer größeren Menge Rauschgift auf die Strafe ausgewirkt, die dann bei mindestens fünf Jahren gelegen hätte. Das Urteil entsprach in der Höhe dem Antrag von Staatsanwalt Harry Wilke, die Verteidigung hatte für eine nicht näher bezifferte milde Strafe plädiert.

Schon im Hersfelder Verfahren war deutlich geworden, dass der Rotenburger wenig bis nichts anzubieten hatte, was auf Einsicht hätte schließen lassen. Eingeräumt wurde immer nur das, was sich nicht leugnen ließ. Auch zu einer wahrscheinlichen Suchtproblematik wurde nichts gesagt.

Im Gegenteil: Mit dem Hinweis auf die „weiche Droge“ Marihuana wurde versucht, die Vorwürfe herunterzuspielen.

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