Hilti-Service für ganz Deutschland hat Sitz in Bebra – Ersatzteile für ganz Europa

Im roten Koffer nach Kiel

In der Reparaturhalle: Niklas Funk repariert einen Bohrhammer, der am nächsten Tag wieder beim Kunden sein soll. In Bebra werden die Geräte von Hilti bis hin zum Industriestaubsauger repariert. Im Hintergrund Anton Schweizer (Niederaula). Fotos:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Es weist kein Schild den Weg zu Hilti in Bebra. Wer nicht einen der Mitarbeiter kennt oder in der Baubranche tätig ist, weiß häufig gar nicht, dass das Unternehmen – versteckt am Ende des Industriegebiets Nord – stark vertreten ist: 155 Mitarbeiter kümmern sich um die Reparatur der Geräte, die aus ganz Deutschland hierher geschickt werden. Außerdem gehen von hier aus Ersatzteile an Ziele in ganz Europa, nach Malmö ebenso wie nach Istanbul.

In der Werkshalle fallen die vielen roten Koffer in unterschiedlicher Größe auf, das Markenzeichen und die Transportverpackung für die Geräte der Firma Hilti. Sie ist im Bauhandwerk ein Begriff, und auch Heimwerker kennen den legendären Hilti-Bohrhammer, obwohl der nicht im Baumarkt, sondern nur im Hilti-Service zu haben ist. Der Bohrhammer ist bekannt für die robuste Qualität und das elektropneumatische Prinzip, das vom Anwender kaum Krafteinsatz erfordert.

Schnell entdeckt

In der 3000 Quadratmeter großen Reparaturhalle schwankt der Geräuschpegel. Niklas Funk, Mechatroniker aus Ronshausen, hat gerade einen Bohrhammer ausgepackt. Der 24-Jährige, der auch bei Hilti gelernt hat, beginnt mit der Fehleranalyse. Schnell hat er den Defekt gefunden: ein Netzkabelschaden. Hinter Niklas Funk befinden sich die benötigten Ersatzteile.

Die Fachkräfte bei Hilti arbeiten in Gruppen und sind jeweils für Gerätefamilien zuständig. Sie sind so breit ausgebildet, dass sie auch in anderen Gruppen aushelfen können. Nach der Reparatur und Reinigung verpackt Niklas Funk den Bohrhammer wieder in den roten Koffer, der dann nach Kiel, Den Haag und viele andere Ziele zum Besitzer zurückgeht.

Länger als drei Arbeitstage soll es nicht dauern, bis der Kunde sein Gerät wieder in den Händen hält. Josef Wenig, der Regional Geräteservice Manager, erklärt, man rechne mit einem Tag Anlieferung, einem Tag Reparatur und einem Tag zum Zurückschicken.

Dementsprechend hält man in Bebra ein umfangreiches Ersatzteillager für über 400 Gerätetypen vor. 99,5 Prozent der Ersatzteile habe man vor Ort, sagt Wenig.

Dazu müssen die Beschäftigten auch schon mal länger arbeiten, vor allem an Schön-Wetter-Tagen, wenn es auf den Baustellen rund geht und der Geräte-Service von Hilti gefragter ist als bei Eis und Schnee.

Alles durchgetaktet

Dafür ist im Werk auch alles durchgetaktet. Ein Großteil der Reparaturen, die morgens schon vor sechs Uhr im Wareneingang in Bebra eintreffen, gehen am Abend wieder auf die Reise zum Besitzer. Das gilt auch für die Reparatur einer Diamant-Bohrkrone, mit der Beton-Kernbohrungen bis zu 120 Zentimeter Durchmesser möglich sind.

Dass Bebra der richtige Standort für den Deutschland- und Europaservice ist, daran haben der Hilti-Chef in Bebra und Pressesprecherin Claudia Wallner keinen Zweifel. Dabei spielen noch vor der guten Erreichbarkeit die Fachkräfte vor Ort die größte Rolle.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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