Eine Ausstellung in der Wandelhalle beschäftigt sich mit Textilien und Kunst

Den roten Faden nicht verloren

Margot Knüpfer (Zweite von rechts) vom Kunstverein unterhielt sich während der Vernissage gerne mit den Gästen über ihre Arbeiten. Fotos: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Die Wandelhalle im Kurhaus ist bis zum 15. August eingesponnen. Denn bis dahin haben dort sieben Mitglieder des Kunstvereins Bad Hersfeld ihre Werke unter dem Thema „vernetzt – verstrickt – versponnen“ ausgestellt. Am Sonntag sprach Kurdirektor Christian Mayer anlässlich der Vernissage von „besonderen Exponaten“.

In unserem Leben spielen von der Windel bis zum Leichentuch Textilien eine große Rolle. „Wir sind verstrickt im Filz und vernetzt im Denken und Handeln“, sagte Christel Ziegler, die Organisatorin der Ausstellung, die im Rahmen der Geburtstagsaktion „30 Jahre – 30 Orte“ des Kunstvereins entstanden ist. In ihrer sprachlich originellen Begrüßungsrede verwendete Ziegler den reichen Wortschatz, den die unterschiedlichen Bedeutungen zum Beispiel von „binden“, „stricken“ und „spinnen“ hergeben und erheiterte damit die Besucher.

Roten Faden nicht verloren

Sie, Uta Leitner, Brigitte Molnar, Silvia Dostal, Hannelore Zier, Christa Siebold und Margot Knüpfer hätten sich verbunden gefühlt und den roten Faden bei ihrer Arbeit nicht verloren. „Es wäre schön, wenn Sie den einen oder anderen Anknüpfungspunkt aufnehmen“, wünschte sich Ziegler von den Gästen, bevor nahtlos zum Genießen nicht nur des dargereichten Sektes, sondern natürlich hauptsächlich der Kunst übergegangen wurde.

Betritt man vom Kurpark kommend die Wandelhalle, lohnt sich bereits ein Blick in 15 Meter Höhe. Unter einem großen Insekt stehend schaut man auf ein vier Meter langes von der Decke hinabhängendes Netz, auf dessen dahinter geklebter Leinwand oben zwei große Hände zu sehen sind. Sie weben mit Wolle die einzelnen Lebensstricke, an denen die Menschen hängen. Unten, am Ende, kommt Wolle wieder heraus. „Entbindung, Verbindung, End-Bindung“ heißt dieses Werk, das über das Leben nachdenken lässt.

Andere Exponate haben solche Titel wie „Verschleierung“, „Umgarnung“ oder „Netzwerk“. Zwei Künstlerinnen sehen ihre Familie als ein „Netzwerk“ an, auf einem Werk ist die Künstlerin der offene Knoten in der Mitte. Die Betrachtung der Werke, die in der Wandelhalle mit den großen Fenstern und der hohen Gestaltung gut zur Geltung kommen, lässt viele Gedanken und Interpretationen zu. Die Ausstellung wurde extra für diesen Ort konzipiert. Man kann feststellen, dass das Konzept und die Verknüpfung der guten Ideen besonders gelungen sind. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 15. August.

Von Vera Hettenhausen

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