Die Artenvielfalt in der Region geht zurück: Landkreis stellt bei Konferenz Projekte und Fördermöglichkeiten vor

Rote Liste darf nicht länger werden

Artenschutz im Fokus: Fast 100 Teilnehmer waren zur Biodiversitätskonferenz des Landkreises in den Kreistagssitzungssaal gekommen. Auf unserem Bild referiert Landrat Dr. Michael Koch. Foto: nh

Bad Hersfeld. Die Förderung der biologischen Vielfalt ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen, da waren sich die fast 100 Teilnehmer einer Kreiskonferenz zur Biodiversitätsstrategie einig. Denn die natürliche Artenvielfalt ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dies musste trotz einiger Erfolge, etwa bei der Wiederansiedlung des Weißstorchs im Fuldatal, festgestellt werden.

„Vergleicht man die Bestände auch bei uns hier in der Region mit der von vor 100 Jahren, stellt man fest, dass ein Viertel bis ein Drittel bestimmter Arten, etwa Vögel oder Schmetterlinge, bereits ausgestorben oder sehr selten geworden sind“, sagte Landrat Dr. Michael Koch. „Wir haben also einen dramatischen Artenschwund auch in unserem Landkreis zu verzeichnen. Die Rote Liste darf nicht noch länger werden.“

Durch die Biodiversitätsstrategie der Landesregierung soll dem Artenrückgang entgegengewirkt werden. Deshalb werden förderfähige Projekte mit umfangreichen Mitteln von der Hessischen Landesregierung in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium in Kassel unterstützt. „Die Naturschützer in unserem Kreis sagen oft: Im Süden gibt es das Biosphärenreservat Rhön, der Norden hat den Naturpark Werra-Meißner. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt so dazwischen. Uns fehlt das große Aushängeschild“, referierte Landrat Koch: „Doch gerade unser Landkreis hat viele besondere Naturräume zu bieten, unter anderem die Fulda- und Werraauen oder die großen, teilweise unberührten Wälder.“ Auf der Grundlage einer Liste mit Tier- und Pflanzenarten können Bürger, Vereine, Verbände und Behörden Projekte anmelden. Für diese steht Geld vom Land Hessen zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg ausgewählten Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Die Artenliste beinhaltet viele Vögel (vom Schwarzstorch bis zum Eisvogel), aber auch Fischarten, Schmetterlinge, Fledermäuse oder Orchideen.

Lust auf eigene Projekte

Lust auf eigene Projekte machte die Präsentation von Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke, der erfolgreiche Naturschutzkonzepte aus seiner Gemeinde vorstellte. Anschauliche Informationen zur Strategie gab Dr. Matthias Kuprian vom Hessischen Umweltministerium. Das Regierungspräsidium Kassel erläuterte das Förderverfahren. Die Kreisverwaltung hofft nun auf viele Aktive, die bei der Strategie mitmachen und den bedrohten Tier- und Pflanzenarten im Landkreis helfen wollen. (red/jce)

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