Großer Themenabend über „Louise“ in der Konrad-Duden-Schule zu „Hersfeld liest“

Ein Roman unter der Lupe

Wie sitzt man als Frau auf Stühlen? Mit Selbstporträts gingen Siebtklässler der Konrad-Duden-Schule dieser Frage nach und saßen beim Themenabend als Models vor ihren gelungenen Werken. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Bis ins kleinste Detail haben etwa 350 Schüler und Schülerinnen der Konrad-Duden-Schule den Roman der Hersfelder Leseaktion, „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“, durchforscht. Handlung, Zeitgeschichte und Personenbeschreibungen wurden genau unter die Lupe genommen und als brauchbares Unterrichtsmaterial genutzt. Beim großen Themenabend mit dem Titel „Oh lies(e), liebe Louise – Wahrnehmung?“ wurden am Mittwoch die Ergebnisse der Klassenprojekte vorgestellt.

Autor freudig überrascht

Schulleiterin Susanne Hofmann begrüßte unter den vielen Gästen auch den Autor des Romans, Mathias Nolte, der freudig überrascht von dem einfallsreichen Programmangebot der Schule war.

Nolte hat es den Lesern seines Buches aber auch leicht gemacht, viele Ansatzpunkte für eine thematische Aufarbeitung zu finden. Zum einen liest sich der Roman mit den zwei Liebesgeschichten, einer vergangenen, traurigen und einer hoffnungsvollen, jungen, leicht und zügig. Zum anderen hat er mit der Teilung Berlins eine für die deutsche Geschichte immens bedeutende Zeit als Rahmen gewählt, die somit geschickt der heutigen Jugend nahegebracht wird. Eine junge Frau aus der heutigen Zeit sucht ein Bild eines verstorbenen Malers und recherchiert in diesem Zusammenhang über Personen, die 1959 in Ostberlin lebten.

Jede Menge Lokalkolorit dieser Großstadt in der Zeit kurz vor dem Mauerbau lässt Nolte einfließen. Ebenso mit ihren Eigenarten, Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten werden die Städte Paris und Zürich beschrieben. Der Roman ist also eine Fundgrube für den Geschichts-, Deutsch- und Kunstunterricht.

So beschäftigten sich die Klassen der KDS zum Beispiel mit der „Chronologie der Kunst im Roman“, dem Thema „Ostberlin 1959“, der Musik der 50er Jahre, der Frage „Was ist Glück?“, mit Gewalt und der Wahrnehmung im Alltag sowie, ganz einfach, mit Frauen, die Louise heißen. Weil der Protagonist des Romans, Jonas, seine geliebte Louise malte, als diese auf einem verkehrt herum stehenden Stuhl saß, fertigten Siebtklässler Selbstporträts in dieser sitzenden Position an. Nach einer gemeinsamen Eröffnungsvorstellung, zu der „dramatische Musik aus Paris“ live gespielt und das Aktionsbuch als ABC-Spiel mit Lesebeiträgen kurz vorgestellt wurde, konnten die Besucher einen höchst informativen Rundgang in die einzelnen Klassenzimmer starten. Es gab typische 50er Jahre Leckereien wie Kaugummi, Cola-Lutscher und Toast Hawaii.

Von Vera Hettenhausen

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