Am 26. April ist Girls’ und Boys’ Day – Unternehmen sollen sich bereits jetzt anmelden

Rollentausch am Zukunftstag

Girls’ Day im Kaliwerk Werra: Unser Archivfoto entstand vor zwei Jahren in der Elektrowerkstatt. Dort bauten die Mädchen ein Windmühlen-Modell mit Solarantrieb. Foto: Peter Lenz/Archiv

Hersfeld-Rotenburg. Am 26. April ist wieder Jungen- und Mädchen-Zukunftstag „Girls’ Day“ und „Boys’ Day“. An diesem bundesweiten Aktions-Tag haben Schülerinnen der 5. bis 7. Klassen die Möglichkeit, in „typische“ Männerberufe hinein zu schnuppern. Damit soll ihr Interesse an Handwerk, Technik, IT und Naturwissenschaften geweckt werden, weil in diesen Berufen auch Mädchen gute Chancen haben.

Umgekehrt erhalten an diesem Tag auch Jungen die Möglichkeit, Arbeitsfelder kennenzulernen, die sonst überwiegend von Frauen gewählt werden – etwa Tätigkeiten in pflegerischen, erzieherischen, gesundheitlichen oder anderen sozialen Dienstleistungsbereichen. Die Kreisverwaltung ruft dazu auf, dass Unternehmen und Einrichtungen, die sich am Zukunftstag beteiligen wollen, möglichst bald ihre Angebote für den „Girls’ Day“ oder „Boys’ Day“ bekanntgeben (siehe Hintergrund).

„Mehr als die Hälfte der weiblichen Schulabgänger wählt derzeit aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen und kein einziger davon hat eine technische Ausrichtung“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Auch in technischen und techniknahen Studiengängen sei der Frauenanteil gering.

Umgekehrt fehlten beispielsweise in den Kindergärten Männer als Erzieher und in den Grundschulen männliche Lehrkräfte, die den Jungen als Vorbilder und Identifikationsfiguren dienen könnten, so Künholz.

„Dank der spezifischen Ansprache von Mädchen bietet der Mädchenzukunftstag „Girls’ Day“ die Möglichkeit, techniknahe Berufe frei von Geschlechterklischees bei spannenden Mitmach-Aktionen auszuprobieren“, erläutert Kreisfrauenbeauftragte Ute Boersch die Zielsetzung des Mädchen-Zukunftstages.

Das gelte auch für den Jungen-Zukunftstag: Auch Jungen unter sich seien eher dazu bereit, frei von geschlechterspezifischen Rollenerwartungen Erfahrungen in neuen Berufsfeldern zu sammeln. „In gemischten Gruppen fallen Mädchen und Jungen schnell wieder in alte Rollenvorstellungen zurück“, so die Erfahrung von Boersch.

Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen im Landkreis sollten daher die Chance nutzen und am 26. April wieder ihre Türen für Mädchen und Jungen öffnen, appellieren Künholz und Boersch. (red/kai)

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