Wiederaufnahme: Standing ovations für „Ewig Jung“ im Eichhof

Sie rocken wieder

Machen auch im Alter noch eine gute Figur: Hans-Christian Seeger als Herr Seeger, Frank Jordan als Herr Jordan und Stephan Ullrich als Herr Ullrich. Foto: drama berlin/Iko Freese

Bad Hersfeld. Furzen, fummeln, fluchen: Ein Jahr älter, aber kein bisschen leiser präsentierten sich die „Ewig-Jung“-Darsteller bei der Wiederaufnahme im Schloss Eichhof am Montagabend.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Festspiel-Senioren die Außenspielstätte Eichhof gerockt, und was 2012 gut ankam, sorgte – angereichert mit ein paar neuen Akzenten – erneut für lauten Jubel.

„Ewig Jung“ spielt im Jahr 2050. In der Künstlerseniorenresidenz im Eichhof treffen sich die gealterten Festspiel-Schauspieler Hans-Christian Seeger (der auch Regie führt), Frank Jordan, Stephan Ullrich, Franziska Becker, Maddalena Noemi Hirschal und Thomas Mahn (der auch die musikalische Leitung innehat). Mit ihren über 80 und 90 Jahren machen sie die Terrasse der Seniorenresidenz zu ihrer Bühne. Einen richtigen Plot gibt es in dem Songdrama nicht, dafür herrlich verrückte Darbietungen von „I love Rock’n’Roll“ über „You can leave your hat on“ bis zum melancholischen „We shall overcome“ am Ende des Stücks.

Neu dabei ist in diesem Jahr Birthe Gerken als Schwester Birthe, die ihren „Schützlingen“ mit albernen Singspielchen und zynischen Liedern von Sterben und Tod auf die Nerven geht, sodass diese sie am liebsten ins Jenseits befördern wollen.

Die Maskenbildnerinnen Anja Kietzmann und Julia Frick haben wieder ganze Arbeit geleistet.

Einen Reiz der Eichhof-Stücke – in dieser Saison wurde außerdem „Mondlicht und Magnolien“ gezeigt – macht sicher die Gelegenheit aus, die Festspielschauspieler mal aus der Nähe in völlig anderen, verrückteren Rollen zu sehen als sonst auf der Bühne der Stiftsruine. Etwa Maddalena Noemi Hirschal, die das Publikum im „Tagebuch der Anne Frank“ berührte und in „Ewig Jung“ plötzlich nicht weniger überzeugend als tatterige, alte Dame groovt.

Am Ende gab es für das „Ewig-Jung“-Team standing ovations und es blieb die bittere Erkenntnis: Wir alle werden älter. Das ist nicht immer schön, aber es lohnt sich, das Beste draus zu machen.

Von Nadine Maaz

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