Ritual als Eintritt in die Männerwelt

Mit der Beschneidung wird Arda auch in die Welt der Männer aufgenommen.

Die öffentliche Diskussion um die Beschneidung als religiöses Ritual, die Deutschland derzeit beschäftigt, können viele Gäste nicht nachvollziehen. „Das ist nun einmal unser Glaube, unsere Sitte“, sagt beispielsweise Yalcin Solak, der Vorsitzende der islamischen Gemeinde in Bad Hersfeld. Er sei noch niemals einem Mann begegnet, der sich rückblickend über den Eingriff beklagt habe.

Hygienische Aspekte

Und Nazente Yilmaz erklärt, welche Bedeutung dieser Tradition im Islam zukommt: „Die Beschneidung wird bei uns als Eintritt in die Männlichkeit wahrgenommen. Das muss sein und hat durchaus auch hygienische und gesundheitliche Aspekte.“ Die Meinung des Kölner Landgerichtes, das im Juni eine religiös motivierte Beschneidung als Körperverletzung des Kindes wertete, teilt Nazente Yilmaz nicht: „Auch in der Türkei dürfen nur Personen eine Beschneidung durchführen, die dafür medizinisch ausgebildet sind. Das kann man doch nicht Körperverletzung nennen.“

Sollte Arda Kukur mit seiner Beschneidung unzufrieden sein, so sieht man es ihm nicht an. Bei der großen Feier zu seinen Ehren weicht das Lächeln nicht aus dem Gesicht des „kleinen Prinzen.“ Und als ihm Yalcin Solak im Namen der Moschee einen Gutschein für ein Spielwarengeschäft überreicht, wird sein Lächeln umso breiter. (ckn)

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