Das Theater con Cuore gastierte in der Stadthalle mit einem Kindermusical

Von Ritter Rost begeistert

Nach der Vorstellung: Die Kinder wollen Ritter Rost und seine lustigen Partner aus der Nähe sehen.Virginia (vorne sitzend) und Stefan P. Maatz (hinten) erweckten die Tischpuppen in der Stadthalle zum Leben. Foto: nh

Bad Hersfeld. Vor der Bühne in der Bad Hersfelder Stadthalle hatten viele kleine und große Zuschauer auf den Sitzkissen auf dem Boden Platz genommen. Sie wollten ganz nah am Geschehen sein, fast schon mittendrin. Virginia und Stefan P. Maatz, Inhaber des Schlitzer Theaters con Cuore, führten das Musical von den Abenteuern des Ritters Rost auf und begeisterten mit ihrer liebevollen inszenierten Vorstellung die großen und kleinen Zuschauer.

Die lustigen Lieder stammen aus der Feder von Felix Janosa, der die bekannten, von Jörg Hilbert verfassten Ritter Rost- Geschichten als Musical aufgearbeitet hat. Stefan P. Maatz hat diese Vorgabe mit einer eigenen Rahmenhandlung versehen. Seine Version mit der Botschaft, dass ein Buch nicht nur wegen seines Einbandes gekauft werden sollte, spielt auf einer offenen Bühne, die wie eine Bibliothek aufgebaut war.

Nur noch Glitzerbücher

Bibliothekar Artur klagt über das Desinteresse an seinen alten „Schätzen“. Er hat Bücher in seinen Regalen, die keiner mehr lesen will. Nur noch „Glitzerbücher“ statt „Hanni und Nanni“ werden ausgeliehen. So auch von der ersten Kundin, die seinen Laden betritt. Da hat Artur eine Idee. Er erweckt Ritter Rost zum Leben, um einen „wahren Helden“ in der Literatur zu zeigen. „Das ist ja ein rostiger Blechhaufen mit Glupschaugen“, sagt die Kundin über den wackelig auf seinem Pferd sitzenden Ritter. Artur lässt nicht locker.

Rosts Kopf ist zwar ein Spielzeugauto, sein Körper eine Registrierkasse, aber die Konstruktion ist so drollig anzuschauen, dass jeder dem Charme dieser kleinen Figur erliegen muss.

Variable Stimme

Die Kundin ist plötzlich Burgfräulein Bö und die Zuschauer finden sich im tiefsten Mittelalter wieder. Stefan P. Maatz spielte geschickt mit den großen Tischfiguren und faszinierte mit der Kunst, seine Stimme so zu variieren, dass jede Figur dadurch charakteristisch geprägt wurde.

Besonders süß: Drache Koks

Besonders der kleine, lispelnde Drache Koks ist so süß, dass die Kinder ihn sofort in ihr Herz schlossen und wahrscheinlich gerne mit nach Hause nehmen wollten.

Das ging natürlich nicht, aber nach dem herzlichen Beifall zum Ende der Vorstellung kamen viele Fans von Ritter Rost nach vorne zur Bühne, um von Burgfräulein Bö ein Plakat zur Erinnerung zu bekommen.

Von Vera Hettenhausen

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