Wie Ralph Mansius, Vertriebsleiter der TLT-Turbo GmbH, in China überrascht wurde

Riesen-Auftrag statt Urlaub

Bad Hersfeld. Der Anruf aus China stellte Hartmut Brandau, den Geschäftsführer der TLT-Turbo GmbH, nicht wirklich vor Probleme. Ob er wie geplant in der folgenden Woche in den Ski-Urlaub fahren solle, fragte Vertriebsleiter Ralph Mansius aus Fernost, oder ob er die Reise stornieren und stattdessen den größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens mit nach Hause bringen solle?

Brandaus wenig überraschende Antwort hatte zur Folge, dass Mansius seine Geschäftsreise auf zwei Wochen verlängerte und dass der Bad Hersfelder Ventilatoren-Hersteller jetzt im Auftrag eines chinesischen Kunden vier Sinter-Abgasventilatoren für ein Stahlwerk in Vietnam fertigen darf.

Zahlen nennt das noch zum Siemens-Konzern gehörende Unternehmen nicht, doch dass es um einen „hohen einstelligen Millionenbetrag“ geht, das wird nicht verschwiegen. „Der Auftragseingang in Bad Hersfeld ist höher als geplant“, berichtet Geschäftsführer Brandau und spricht zudem von einer „guten Projektlage“.

Die bestellten Ventilatoren werden einen Laufrad-Durchmesser von 4,20 Meter aufweisen und mit 9700 Kilowatt starken Motoren ausgestattet sein. Das entspricht in etwa der Leistung von zehn Windkraftanlagen. Gebaut werden die Ventilatoren samt Motoren und Steuerung in Bad Hersfeld, die Gehäuse werden vor Ort in Vietnam zusammengebaut.

Die TLT-Turbo GmbH stellt in Bad Hersfeld mit etwa 120 Mitarbeitern Industrieventilatoren her, etwa für Stahlwerke oder Anlagen der Petrochemie. In der Regel sind diese Ventilatoren Spezialanfertigungen. Der frühere Geschäftsbereich der in Serie produzierten Gebäudeventilatoren wurde von Siemens bereits verkauft und heißt jetzt TROX TLT GmbH. Wie berichtet sucht Siemens nun auch für die TLT-Turbo GmbH nach einem Käufer.

Von Karl Schönholtz

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