Heringer Bürgermeister schreibt geharnischten Brief an Kreistagsmitglieder

Ries schiebt Bäderfrust

Stein des Anstoßes: Heringens Bürgermeister Hans Ries fordert für das Ganzjahresbad einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 130 000 Euro vom Landkreis. Außerdem möchte er noch immer einen Baukostenzuschuss in Höhe von 2,1 Millionen Euro für den Hallenbadbereich. Daher hat er abermals einen Brief an alle Kreistagsmitglieder verschickt, in dem er eine Gleichbehandlung für die Hallenbäder in Rotenburg und in Heringen fordert. Foto: Archiv

Heringen. Bürgermeister Hans Ries holt wieder einmal zu einem Rundumschlag in Sachen Hallenbadförderung aus. Er hat einen aktuellen Brief an alle Mitglieder des Kreistags geschrieben.

In diesem fordert er abermals dazu auf, das neue Hallenbad in Heringen bei Zuschuss und Förderung mit dem Rotenburger Hallenbad gleichzusetzen.

Mit diesem Schreiben will Ries Druck auf die Kreistagsmitglieder ausüben, die jüngst mehrheitlich einen Antrag der Freien Wähler zum auf 20 Jahre beschränkten Betriebskostenzuschuss für das Heringer Hallenbad von jährlich 130.000 Euro an die Ausschüsse verwiesen hatten. Nun fürchtet der Heringer Bürgermeister, dass der Antrag zum Betriebskostenzuschuss in den jeweiligen Ausschüssen abgebügelt werden könnte. Er müsste dann nicht noch einmal im Kreistag behandelt werden und Heringen würde beim Betriebskostenzuschuss in die Röhre schauen.

Das für 3,4 Millionen Euro sanierte Rotenburger Hallenbad war im Oktober wieder eröffnet worden. Foto: ank/Archiv

Zudem fordert Ries einen wirkungsgleichen Vertrag für sein Bad in Heringen, wie es ihn in Rotenburg bereits gibt. Dass dies jetzt auch tatsächlich so kommen könnte ist unwahrscheinlich. Zu sehr dürften die Kreistagsmitglieder einmal mehr über die Wortwahl und die Unterstellungen des Heringer Bürgermeisters empört sein. In dem Brief wirft er unter anderem dem damaligen Kreistagsmitglied Alfred Rost, der seinerzeit auch Stadtverordnetenvorsteher in Heringen war, vor, im Jahre 2002 die Mitglieder des Stadtparlaments in Sachen Hallenbadverträgen bewusst belogen zu haben. Alfred Rost, der heute dem Kreisausschuss angehört, weist diese Vorwürfe weit von sich. „Der ursprüngliche Rotenburger Vertrag wurde Ende der 60er-Jahre vom damaligen Rotenburger Kreistag beschlossen. Dieses Papier war nie Gegenstand der Verhandlungen“, erklärt Rost.

Ries für Gleichbehandlung

Nachdem im Jahre 2009 Rotenburg einen neuen Hallenbadvertrag mit dem Landkreis abgeschlossen hatte, pochte Ries abermals auf Gleichbehandlung. Er forderte weiterhin den Betriebskostenzuschuss und zusätzlich einen Investitionskostenzuschuss zum Neubau des Heringer Ganzjahresbads in Höhe von 2,1 Millionen Euro. „Die Forderung nach einem Baukostenzuschuss ist jedoch erst formuliert worden, nachdem der Bau des Ganzjahresbads in Heringen bereits begonnen hatte. Einen Zuschuss dafür beantrage ich aber, bevor ich etwas errichte“, teilt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt auf Anfrage mit. Weiter mochte sich der im Urlaub befindliche Landrat zu den Ries’schen Anwürfen nicht äußern. Er fügte nur noch an: „Durch ständiges Wiederholen werden Dinge nicht wahrer.“

Abfuhr im Stadtparlament

Im Mai des vergangenen Jahres hatten die Heringer Stadtverordneten das Thema Betriebs- und Investitionskostenzuschuss für das Ganzjahresbad auf der Tagesordnung. Damals lag dem Parlament ein Vorschlag des Magistrats vor, in dieser Angelegenheit den Klageweg gegen den Landrat zu beschreiten. 14 der 26 anwesenden Stadtverordneten hatten diesen Schritt jedoch abgelehnt.

Von Mario Reymond

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