Unterschiedliche Reaktionen im Kreis auf neues Maßnahmenpaket der Bundesregierung

Rezepte gegen Landarztmangel

Findet’s nicht gut: Der SPD-Politiker Michael Roth.

Hersfeld-Rotenburg. Das von der schwarz-gelben Bundesregierung verabschiedete „Landärztegesetz“, mit dem gegen den Medizinermangel angegangen werden soll, hat in unserem Kreis auf ein unterschiedliches Echo gefunden.

„Besonders unsere Region profitiert von den neuen Regelungen zur Gesundheitsversorgung“, meint der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich. „Heute wurde eine große Chance vertan, die Situation für die Patienten im ländlichen Raum endlich zu verbessern“, sagt hingegen der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth.

Das rund 200 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket soll für junge Ärzte finanzielle Anreize bieten, sich im ländlichen Raum anzusiedeln (unsere Zeitung berichtete gestern ausführlich im Politikteil). Der Kreis Hersfeld-Rotenburg wird besonders von Medizinermangel betroffen sein. Bis zum Jahr 2020 werden allein in unserem Kreis etwa 60 Hausärzte aus Altersgründen ihre Praxen aufgeben. Nachfolger sind schwer zu finden.

Deshalb hatte der Kreis bereits eine Hausarztakademie unter Vorsitz von Dr. Martin Ebel aus Bad Hersfeld gegründet, um diesem Problem zu begegnen. Mit Dr. Ebel hatte sich Heiderich im Vorfeld auch getroffen, um eine Beurteilung aus Sicht der Praxis zu den strukturellen Veränderungen zu erhalten. „Dr. Ebel begrüßte die künftige Regelung als einen Schritt in die richtige Richtung. Er hoffe, dass sich daraus eine Stärkung der Hausärzte ergebe“, teilt Heiderich mit. Nach vielen Jahren gebe es jetzt erstmals ein Gesetz, dass die Versorgungssituation für Patienten im ländlichen Raum deutlich verbessere“, lobt Heiderich und bedauert zugleich, dass die SPD-Abgeordneten dieser vielfachen Verbesserung nicht zugestimmt hätten, „sondern immer noch ihrer Ideologie der Ärztebestrafung und Zwangsmaßnahmen folgten“.

„Einzig etwas mehr Geld für die überlasteten Landärzte wird das Problem der Unterversorgung nicht lösen“, kontert der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth. Zwingend erforderlich sei der Abbau der Überversorgung in Ballungsräumen zugunsten des ländlichen Raums. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten verpflichtet werden, die Versorgung mit Ärzten ausgeglichener zu gestalten. „Freiwillige Regelungen allein reichen hier nicht aus“, teilt Roth mit. (red/kai)

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