Interview mit Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zur Datensicherheit

„Rettungsleitstelle war immer erreichbar“

Die Hälfte der Server aus dem Landratsamt wurden gestohlen, die Daten waren jedoch gesichert, betont Landrat Dr. Schmidt. Foto: nh

Bad Hersfeld. Der Einbruch ins Landratsamt und der Diebstahl der Server wirft eine Reihe von Fragen auf. Kai A. Struthoff stellte sie Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt.

Gibt es ein IT-Sicherheitskonzept?

Dr. Karl-Ernst Schmidt: Ja. Daten sind ein sensibles Gut. Die Bürger erwarten, dass ihre Daten bestmöglich verwahrt und geschützt werden, ebenso die Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Daher werden die Datenbestände nach modernen kryptischen Verfahren verschlüsselt und per Passwort gesichert. Das im Landratsamt verwendete System ist nach Expertenmeinung als sehr sicher einzuschätzen.

Gibt es einen Datenschutzbeauftragten, wenn ja, wen?

Schmidt: Die Kreisverwaltung hat eine Datenschutz-Beauftragte. Diese ist auch, zusammen mit ihrem Stellvertreter, in die Aufarbeitung des Einbruch-Diebstahls eingeschaltet und steht in Verbindung mit dem Hessischen Datenschutz-Beauftragten.

Sind die Serverdaten irgendwo gespiegelt?

Schmidt: Ja, die Daten der gestohlenen Server sind gespiegelt. Sie werden täglich aufgezeichnet und gesichert. Die Rückspiegelung erfolgt.

Gibt es einen Ersatzserver?

Schmidt: Ja, ein komplettes System.

Wie sichern Sie Ihre Daten gegen Stromausfälle und andere unkalkulierbare Vorfälle?

Schmidt: Wir haben verschiedene Sicherungssysteme aufgebaut! Notstromversorgung zählt dazu, auch sogenannte „back-up-Systeme“. Alle Daten sind auf zwei Systemen gesichert, so dass auch weiterhin alle Daten verfügbar sind.

War die Sicherheit der Bevölkerung akut gefährdet, wenn über Stunden die Notrufsysteme lahmgelegt waren?

Schmidt: Die Notruf-Systeme waren nicht lahmgelegt; sie haben mit den Servern, die entwendet wurden, nichts zu tun. Insofern war die Betriebsfähigkeit der Leitstelle und damit die Erreichbarkeit für Notfälle und Unglücksfälle nicht betroffen.

Ist die Kommunalaufsicht eingeschaltet worden?

Schmidt: Wir haben Kontakt mit dem Landes-Datenschutzbeauftragten. Und natürlich mit der Kriminalpolizei und den Sicherheitsbehörden. Zudem haben wir ein Unternehmen eingeschaltet, das auf Sicherheitsfragen spezialisiert ist. Es berät uns beim weiteren Vorgehen.

Vieles deutet darauf hin, dass sich die Einbrecher auskannten. Gibt es dazu neue Erkenntnisse?

Schmidt: Das ermittelt gegenwärtig die Kriminalpolizei.

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