Bad Hersfelder Feuerwehren trainieren Hilfe auf tückischen Gewässern

Retter auf dünnem Eis

In einem speziellen Anzug robbt dieser Feuerwehrmann über das Eis. Die Bad Hersfelder Wehren übten angesichts tauender Eisflächen jetzt die Eisrettung, um im Notfall schnell und sicher eingreifen zu können. Fotos: nh

Bad Hersfeld. Die besonders kalten Tage des Jahres sind vorüber, und das fest gefrorene Eis taut langsam auf. Wo es vor einer Woche auf vielen Seen noch möglich war, ohne großes Risiko auf die Eisflächen zu gehen, steigt jetzt die Gefahr, im Eis einzubrechen.

Um Einsätzen dieser Art gewachsen zu sein, trainierten die Feuerwehren der Stadt Bad Hersfeld an mehreren Gewässern die Rettung von eingebrochenen Menschen.

Während die Feuerwehr Petersberg zusammen mit der DLRG Bad Hersfeld die Eisrettung am Teich des Wilhelmshofs übte, unternahmen die Feuerwehren aus Asbach, Beiershausen und Kohlhausen ihre Ausbildungseinheit auf der Fulda zusammen mit der Tauchergruppe der Kernstadt.

Matthias Orth, erster Vorsitzender der DLRG, erläuterte den Feuerwehrkräften die Gefahren bei Eisrettungseinsätzen und das richtige Verhalten. Besonderen Wert legte er dabei auf die Eigensicherung und das besonnene Vorgehen. Bei der praktischen Ausbildung konnten die Einsatzkräfte dann ausprobieren, wie man sich einer im Eis eingebrochenen Person nähert und diese sicher an Land bringt.

Es zeigte sich, dass das regelmäßige Üben von Knoten und Stichen wichtig ist, um sich selbst und mögliche Hilfsmittel zu sichern. Das Vorgehen mit Steckleitern wurde ebenso geübt wie das Herangleiten auf dem Eis. Außerdem konnten Hilfsmittel der DLRG wie ein Eisrettungsanzug und spezielle Wurfleinen ausprobiert werden.

Am „Gänserasen“ in Kohlhausen wurde ebenfalls eine eingebrochene Person im Eis der Fulda angenommen.

Unter das Wasser gezogen

Im Gegensatz zu stehenden Gewässern kann das Einbrechen in einen fließenden Fluss zusätzliche Gefahren bedeuten, da Personen schnell unter das stehende Eis gezogen werden können.

Dieses Übungsszenario machte für die drei Stadtteilfeuerwehren besonders Sinn, da immer wieder wagemutige Kinder oder risikofreudige Erwachsene den Weg zwischen Asbach und Kohlhausen über die Fulda abkürzten, so die Feuerwehr. Das Risiko werde meist unterschätzt, denn unter der dünnen Eisfläche fließt die Fulda. Da der Eisteich, der zum Schlittschuhfahren genutzt wird, nur wenige Meter von dem zugefrorenen Fluss entfernt liegt, könne man auch häufig Kinder beobachten, die auf der Eisfläche spielen.

Den Abschluss bildete die Kernstadt mit Rettungsübungen an Teichen im Stadtgebieten, an denen auch die Rettung mit Hilfe der Drehleiter geübt wurde. Die Kameradinnen und Kameraden verwendeten die verfügbaren Hilfsmittel, um sich auf den Notfall vorzubereiten und die Handgriffe dafür zu üben. NUR NICHT Betreten

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