Bei Borries Plass und seiner Frau war es Liebe auf den zweiten Blick

Resultat einer Hochzeitsparty

Großes Fest: Die Trauung in der Stiftsruine wurde musikalisch von dem Angklung-Orchester aus dem IKuZ und den Saxophonics (oben auf der Bühne) umrahmt. Foto:  Schmidl

Bad Hersfeld. Mit den Worten „Liebe kennt keine Zwänge und Mauern ...“ wandte sich der Standesbeamte Reinhard E. Matthäi an das Brautpaar. Zwänge und Mauern sind allerdings nichts gegen die Hürden der Bürokratie, die die Verlobten überwinden mussten.

Es dauerte fast ein Jahr, bis alle Papiere komplett waren. Der Standesbeamte war sich sehr wohl bewusst, dass seine 1.185ste Trauung, die erste in der Stiftsruine, eine ganz Besondere war. Die Liebe der beiden Menschen, die sich das Ja-Wort gaben, entflammte in Vietnam.

Erstes Treffen im Jahr 1998

Das liegt nicht gleich um die Ecke, aber die Eltern und die älteste Schwester der Braut nahmen die weite Reise zur Hochzeit gern in Kauf. Die Liebesgeschichte begann 1998, als Borries Plass im Rahmen eines Stipendiaten-Programms für neun Monate nach Vietnam gekommen ist und dort seine jetzige Ehefrau kennenlernte.

Ein wenig gefunkt hat es wohl schon damals. Doch Borries ging zurück nach Deutschland und es dauerte neun lange Jahre, bis er der nicht „ganz ernst gemeinten“ Einladung zur Hochzeitsparty seines Freundes Florian Tausch im November 2007 folgte, der ebenfalls eine Vietnamesin geheiratet hat. Beide kannten sich vom ersten gemeinsamen Aufenthalt 1998 in Hanoi und Saigon und als sich beide später in München trafen, lebte die Freundschaft wieder auf.

Borries kam zu dem Fest in Begleitung von Thu, mit der er sich vorab verabredet hatte. Jeder merkte sofort, dass sich da etwas anbahnte. Das frisch verliebte Paar kam zu Besuch nach Bad Hersfeld und auf den ersten Blick fühlte sich Thu von der Stiftsruine magisch angezogen.

Der Bräutigam, der in Oberhaun aufgewachsen ist, hat schon als junger Mann über die Aufführungen in der Stiftsruine Zugang zu Kultur und Theater gefunden. „Hier zu heiraten, das wirkt. Das bleibt in Erinnerung“, beschreibt Borries Plass die Wahl. Der „Ehestifter“ Florian Tausch konnte aus beruflichen Gründen die Einladung leider nicht annehmen.

Dafür war Kindergartenfreund Markus Lotz, mit dem Borries Plass später Handball beim TV Eitra spielte, sein Trauzeuge.

An der Seite von Thu übernahm Frau Nguyen Thi Lua vom Restaurant Panda als Übersetzerin eine wichtige Rolle. Nach einer einwöchigen Entdeckungsreise durch Deutschland fliegt das Ehepaar zurück nach Vietnam. In Ho Chi Minh Stadt, die früher einmal Saigon hieß, haben sie mit Thus Tochter Annie als Familie ihren Lebensmittelpunkt.

Vietnamesisch lernen

Neben seinem Job als Geschäftsführer einer IT-Firma lernt der 35-Jährige fleißig vietnamesisch, obwohl sich die gesamte Familie auf Englisch verständigen kann. Gemeinsam mit Thu, die in Vietnam ebenfalls auf der Karriereleiter ganz nach oben geklettert ist, freut sich Borries Plass auf das große, traditionelle Hochzeitsfest in Vietnam im nächsten Jahr.

Von Gudrun Schmidl

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