Hersfelder kommandiert Bataillon in Thüringen

Die Reserve hört auf Markus Wolf

Der neue Kommandeur des Aufklärungsbataillons 910, Markus Wolf (rechts), macht seinem Vorgesetzten, dem stellvertretenden Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37, Oberst Mayer, Meldung. Foto: privat

GOTHA. „Aufklärungsbataillon 910 hört auf mein Kommando!“ So schallte es laut über den Antreteplatz in der Wettiner Kaserne im sächsischen Frankenberg. Beim Antreten der Panzergrenadierbrigade 37 wurde das Kommando des Aufklärungsbataillons 910 durch Oberst Mayer an Oberstleutnant Markus Wolf aus Bad Hersfeld übergeben.

Wolf ist Lehrer und in seiner Freizeit Reserveoffizier. Der studierte Historiker und Germanist lebt und arbeitet im Zivilen als Gymnasiallehrer in Bad Hersfeld. „Sein“ Bataillon ist im thüringischen Gotha stationiert und gehört zur Heeresaufklärungstruppe der Bundeswehr.

Alles sehen und wissen

Die Arbeit der Aufklärer besteht im Wesentlichen darin, Gefechtsfeldaufklärung zu betreiben und Kommandeuren ein möglichst reales Lagebild zur Verfügung zu stellen. Dazu setzen Aufklärer auch Drohnen (unbemannte Flugkörper), Spähfahrzeuge oder andere Mittel wie Gesprächsaufklärung ein.

„Wir, die Heeresaufklärer, sind so etwas wie die Augen und Ohren des deutschen Heeres“, erläutert Wolf, der neue Kommandeur. Das Besondere an dem Bataillon ist aber, dass es sich vom Kommandeur bis zum einfachen Soldaten ausschließlich aus Reservisten zusammensetzt. Neben den aktiven Aufklärungsverbänden existiert neben dem Gothaer Bataillon noch ein weiteres dieser Art im bayrischen Füssen. Der Reserve kommt nach der Aussetzung der Wehrpflicht und der hohen Einsatzbelastung der aktiven Truppe eine immer größere Bedeutung zu. Im Bedarfsfall werden die Reservebataillone durch die Einberufung der Reservisten alarmiert.

Ihr Auftrag besteht dann darin, aktive Verbände im gesamten Aufgabenspektrum zu unterstützen. So verwundert es auch nicht, dass Gotha die Heimat des Bataillons ist: Hier liegt ein aktives Aufklärungsbataillon, zu welchem ein sehr enges „Couleurverhältnis“ besteht. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, als Reservist ein Bataillon führen zu dürfen. In diesen Genuss kommt nicht jeder“, so sagt der frischgebackene Kommandeur Wolf voller Stolz.

600 Mann am Start

Es sei nicht einfach, neben dem zivilen Leben noch Engagement für die Streitkräfte zu zeigen. Umso erstaunlicher ist es, dass das Bataillon mit seinen etwa 600 Soldaten ausschließlich aus Angehörigen der Reserve besteht und der Anteil der Reservisten im Verband der Brigade immerhin 25 Prozent des gesamten Personalbestandes ausmacht. Ausbildungs- und Übungsvorhaben sind dabei aber immer eine Frage der Verfügbarkeit von Beruf und Familie.

So gab bei der Übergabe Oberst Mayer dem neuen Kommandeur mit auf den Weg: „Passen Sie immer gut auf die Ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten.“ (kh/red) ZUR PERSON

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