Rund um die Ruine erinnern Schautafeln an die Intendanten und Hersfeld-Preisträger

Reminiszenz an die Stars

Im Spiegel der Festspiel-Historie: Heinz H. Noack, Bürgermeister Boehmer, Reinhold Schott, Hartmut Ziehn, Karl Schmidt und Hans-Jürgen Dietz (von links nach rechts) bei der Einweihung der „Intendanten-Tafel“ vor der Stiftsruine. Foto: Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld. Was die Amerikaner in Hollywood können, dass können wir jetzt auch. Die einen haben Sterne für ihre Stars am Sunset Boulevard. Die Festspielstadt hat jetzt ihren eigenen „Walk of Fame“ im Stiftsbezirk. Am Vorabend der Eröffnung der 60. Bad Hersfelder Festspiele wurden dort gestern zwei Informationstafeln eingeweiht, die an die bisherigen Intendanten und die Hersfeld-Preisträger erinnern.

Als eine „Reminiszenz an die großen Mimen“ und Intendanten würdigte Bürgermeister Hartmut H. Boehmer die Schautafeln vor der Stiftsruine und im Staudengarten. Er dankte der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine für ihre Initiative. Dieses Lob gab der Vorsitzende des Freundeskreises, Heinz H. Noack, aber sogleich weiter an die geistigen Väter des Erinnerungsprojekts, die Brüder Klaus-Dieter und Hartmut Ziehn aus der Festspielstadt. „Wir haben die Idee gern aufgegriffen, denn sie gefiel uns sehr gut“, sagte Noack.

„Seit 1995 haben mein Bruder und ich vor, an die Hersfeld-Stars zu erinnern“, erzählte Hartmut Ziehn. Ursprünglich sollte der Name mit einem Hersfelder Doppelkreuz versehen nach US-Vorbild in den Gehsteig eingelassen werden. Die jetzige Tafelvariante bezeichnet aber auch Ziehn als „guten Kompromiss“.

Für die Umsetzung zeichnet Reinhold Schott von der städtischen Festspielverwaltung verantwortlich, der alle Informationen zusammentrug und die Tafeln installierte. Alle fünf bis zehn Jahre sollen nun die Tafeln aktualisiert werden, verspricht der Leiter der Festspielverwaltung Karl Schmidt.

Beim scheidenden Bürgermeister Boehmer weckten die Namen der Hersfeld-Stars manche Erinnerung. Gemeinsam mit Hans Jürgen Dietz vom Chorverein, der bei allen Festspielen als Statist mitgewirkt hat, kam er ins Erzählen.

Von Hilde Krahl etwa, „für die ich schon als Schüler geschwärmt habe“, von Michael Degen, der aus Protest gegen ein Alt-Nazi-Treffen in der Stadt den Preis zurückgeben wollte (und es nie tat), oder von Anna Montanaro, der diesjährigen „Carmen“, die als erste Musical-Darstellerin einen Hersfeld-Preis erhielt. „Ab Intendant Fleckenstein 1978 habe ich hier alle erlebt – mit Höhen und Tiefen“, sagte Boehmer und klang dabei ein wenig wehmütig. (kai)

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