„Zeitung in der Schule“ nimmt in den nächsten Wochen wieder volle Fahrt auf

Zum Rekord gezischt

Für jeden eine: Zusammen mit anderen im Unterricht die Tageszeitung lesen, macht den Viertklässlern der Kreuzbergschule besonders großen Spaß. Mit Zisch ist dies in den nächsten 14 Wochen möglich. Foto: Hettenhausen

Philippsthal. „Na, was steht denn heute wieder Interessantes in der Zeitung“, fragen sich die Viertklässler der Kreuzbergschule in Philippsthal zurzeit täglich und blättern dabei eifrig die großen Seiten des Hersfelder Nachrichtenmediums durch.

Die Zeitung ist den meisten Kindern und Jugendlichen als Informationsquelle unbekannt. Doch das wird sich in den nächsten zwölf Wochen – hoffentlich nachhaltig – ändern. Denn in dieser Zeit läuft in der Region wieder das Projekt „Zeitung in der Schule“, kurz „Zisch“ genannt.

Jeden Morgen erhalten die Klassen 4 a und 4 b in Philippsthal die Zeitung auf den Tisch, so frisch wie ihr Frühstücksbrot. „Zisch“ hat eine Erfolgsstory zu verzeichnen. Seitdem die Hersfelder Zeitung zusammen mit der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg und dem Verein „VR-Herz und Hand“ das medienpädagogische Projekt für die Schulen im Landkreis anbietet, haben immer mehr Klassen mitgemacht. Jedes Jahr war eine neue Rekordbeteiligung zu verbuchen.

40 Klassen sind Rekord

Dies ist auch bei der siebten Auflage in diesem Jahr nicht anders. 40 Klassen mit 815 Schülern und Schülerinnen der Grund-, Mittel- und Sekundarstufe I sind der absolute Rekord. Ziel des Projektes ist es, das Lesen zu fördern und die Medienkompetenz im Informationsdschungel zu stärken. Ein besonders spannendes Erlebnis wird der außerschulische Recherchetermin sein.

Die Zisch-Teilnehmer werden zu Fragenstellern, Protokollanten, Beobachtern und Fotografen, denn sie werden als Reporter unterwegs sein. Ihre Ergebnisse tragen sie danach in einem Artikel zusammen, der dann abgedruckt wird. Damit lernen die Schüler einiges über die Aufgaben und die Funktionen einer Tageszeitung. „Wir sind so eine Art Schleusenwärter der Informationen“, sagte Kai A. Struthoff, Chefredakteur der HZ, auf dem Lehrerseminar zum Projektstart. „Wir kanalisieren und dosieren die tägliche Informationsflut für unsere Leser, damit sie von der riesigen Nachrichtenmenge nicht weggespült werden.“

Für die Kreuzbergschule sei die Teilnahme an Zisch schon zur Tradition geworden, stellte Elke Kirschner, Lehrerin der Klasse 4 b, fest. „Wir haben immer gute Erfahrungen gemacht“, lobte Monika Bertz, Lehrerin der Klasse 4 a, die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern. Die pädagogische Begleitung des Projektes obliegt dem Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP). Für die Klassen stehen nun abwechslungsreiche Unterrichtsstunden auf dem Plan.

„Man kann mit der Zeitung lesen üben und Interessantes über die Welt erfahren“, sagte die zehnjährige Madleen. „Und man kann lernen, wie man eine Zeitung am besten liest“, fügte die gleichaltrige Mia in der Kreuzbergschule an. Aber auch das Kinoprogramm, der ärztliche Notdienst, die Polizeiberichte und der Wetterberichte haben ihren Nutzwert.

Bei der großen, engagierten Teilnehmerzahl ist jetzt schon absehbar, dass „Zisch“ in diesem Jahr genauso, wenn nicht sogar noch mehr Fahrt aufnehmen wird als in den Vorjahren. Umfrage Unten

Von Vera Hettenhausen

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