Wahl der Bad Hersfelder Stadtbrandinspektorin an Spannung kaum zu überbieten

Reinhardt knapp vorne

Neun Jahre familiäre Entbehrungen und Geduld: Der scheidende Stadtbrandspektor Thomas Daube bedankte sich mit Blumen und Kuss bei Ehefrau Petra. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Spannender und knapper ging es kaum: Mit gerade einmal zwei Stimmen Vorsprung wurde Nadine Reinhardt im Bürgerhaus Hohe Luft zur neuen Stadtbrandinspektorin gewählt. 90 Stimmen für die 36 Jahre alte Hausfrau, 88 für ihren Gegenkandidaten Christian Bärmann. Auf 14 Stimmzetteln war das „Nein“ zu beiden Bewerbern angekreuzt, außerdem gab es neun Enthaltungen und eine ungültige Stimme.

Ungewisser Ausgang

Insider hatten den ungewissen Ausgang des Rennens vorhergesagt. Beide Kandidaten hatten sich in den Wochen und Monaten vor der Wahl in den Abteilungen und Stadtteil-Wehren bekannt gemacht und für ihre Vorstellungen geworben. Beide gehören der Kernstadt-Wehr an, Reinhardt als Zugführerin des 2. Löschzuges, in dem auch Bärmann aktiv ist. Dieser ist darüber hinaus auch stellvertretender Wehrführer.

Nadine Reinhardt ist nun die Nachfolgerin von Thomas Daube, der nicht mehr kandidierte. Als stellvertretenden Stadtbrandinspektor bestätigte die Versammlung Stefan Möller, der diese Position bereits seit neun Jahren innehat. Zwar hatte die Versammlung zuvor mit großer Mehrheit die Möglichkeit geschaffen, einen zweiten Stellvertreter zu wählen, doch gab es am Ende hierfür keinen Kandidaten, so dass es bei einer Doppel-Spitze bleibt. Eine dreiköpfige Feuerwehr-Führung hatte wohl den Vorstellungen des unterlegenen Kandidaten Bärmann entsprochen.

Die neue Feuerwehr-Chefin, die ihre Ernennungsurkunde nach der Bestätigung ihrer Wahl in der heutigen Magistratssitzung am kommenden Mittwoch erhalten wird, betonte in einer ersten Ansprache den Teamgedanken und sagte: „Gemeinsam sind wir stark“.

Zuvor hatte der scheidende Stadtbrandinspektor zum letzten Mal seinen Jahresbericht abgegeben. Thomas Daube würdigte dabei die Gesamtinvestitionen von knapp 360 000 Euro in den Fahrzeugpark, für den unter anderem ein neuer Staffellöschwagen angeschafft wurde. Daube mahnte aber auch erforderliche Neuanschaffungen bei der Schutzbekleidung, den Helmen und bei Stiefeln an.

Im vergangenen Jahr leisteten die Feurwehren der Kreisstadt 255 Einsätze, deutlich weniger als im Jahr zuvor, in dem sie fast jeden Tag gerufen worden waren. Allerdings ist auch die Einsatzabteilung im vergangenen Jahr um 13 Personen auf 304 Kameradinnen und Kameraden geschrumpft.

Im Einzelnen erinnerte Daube an die Großeinsätze beim Brand der Klosterschänke und am Marktplatz.

Leistungen und Ausbildungsstand der Hersfelder Wehren würdigte Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten mit der Feststellung: „Ihr seid einfach gut!“ Bürgermeister Thomas Fehling versicherte, dass die Sparzwänge im Hersfelder Haushalt nicht zu Lasten der Einsatzfähigkeit der Wehren gehen werden.

Über die Ehrungen und Beförderungen berichten wir in den nächsten Tagen.

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