HZ-Interview mit Kordula Schulz-Asche, Hessens grüner Gesundheitsexpertin

Regionaltypische Rezepte

Alles bio: Mit gesunden Sachen aus der Region bewirteten die Grünen aus dem Kreisverband ihre Gäste. Unter anderem kamen Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (Zweite von links), Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (Dritter von links), Martin Ködding, der Geschäftsführer des Klinikums Bad Hersfeld (im Hintergrund) und die Landesvorsitzende der Grünen in Hessen, Kordula Schulz-Asche (Mitte). Vorne rechts: Kreisvorsitzende Sabine Grünwald, vorne links: Torsten Wenzel l, der männliche Teil der Kreis-Grünen-Doppelspitze. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Wahlerfolge machen die Grünen anziehend: CDU-Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt war da, weil er nach Möglichkeit zu allen Parteien geht, die im Kreistag vertreten sind, die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) kam zum ersten Mal, weil es um Gesundheitspolitik ging. Beim Jahresempfang der Grünen in der Bad Hersfelder Kreisgeschäftsstelle zu Gast war die Landesvorsitzende Kordula Schulz-Asche aus Eschborn. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag hielt bei Studentenfutter und Ausbacher Apfelsaft einen Vortrag über Gesundheitspolitik im ländlichen Raum. Wir fragten: Was unterscheidet Ihre Gesundheitspolitik von der der anderen Parteien?

Kordula Schulz-Asche: Wir weisen schon jetzt darauf hin, dass jeder dritte Hausarzt im Landkreis älter als 60 Jahre ist und in den nächsten Jahren seine Praxis aufgeben wird. Und nun ist die Frage, ob man für jeden Arzt einen Nachfolger bekommt oder ob man andere Strukturen schafft, damit sich junge Mediziner hier wieder niederlassen.

Haben Sie dafür ein Rezept zur Hand?

Schulz-Asche: Nein, wir haben kein Rezept, weil letztendlich die Unterschiede in den einzelnen Gemeinden sehr groß sind. Wir wollen, dass dort, wo weiße Flecken entstehen, rechtzeitig reagiert wird und die Kommunalpolitik darauf achtet. Ziel muss es sein, mit allen Kräften, auch mit Altenpflegern und Krankenschwestern, Perspektiven für die Region zu entwickeln.

Läuft was falsch in der hessischen Gesundheitspolitik?

Schulz-Asche: Falsch eigentlich nichts. Der Gesundheitsminister hat mit den Ärzten einen neuen Vertrag geschlossen, um das Problem zu lösen. Das aber läuft zu langsam. Deswegen müssen Auswege lokal gefunden werden. Deswegen ist die Kommunalpolitik sehr wichtig. Wo sitzt der nächste Arzt oder ist eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden möglich? Diese Fragen muss man kleinteilig abklopfen. Und da sind die Grünen, die im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ganz gut stark geworden sind, ein idealer Ansprechpartner, um Vor-Ort-Lösungen zu finden.

Und was können Sie dabei in Wiesbaden helfen?

Schulz-Asche: Nun, wir können die Rahmenbedingungen schaffen oder so verändern, dass die Kommunen einfacher zusammen mit den regionalen Ärzten ein Zentrum zu schaffen, in dem junge Ärzte eine Anstellung finden. Das bietet auch die Möglichkeit, dass Ärzte in Teil- statt Vollzeit arbeiten, was für Frauen interessant sein könnte. Die müssten keine vollen Bereitschaftsfdienste leisten, sondern könnten sich hier als Angestellte mit ihrer Familie niederlassen. Ich sage immer, dass es keine Ideallösung gibt, aber verschiedene Wege – und die muss man vor Ort finden.

Von Kurt Hornickel

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