Nordhessisches Netzwerk kämpft gegen resistente Erreger

Region rüstet sich gegen tückische Keime

Kassel/Hersfeld-Rotenburg. Der Kampf gegen gefährliche Keime geht in eine neue Runde: Noch in diesem Jahr soll unter der Federführung des Kasseler Gesundheitsamtes ein nordhessisches Netzwerk gegen multiresistente Erreger (MRE) gegründet werden.

Ziel ist es, die Ausbreitung solch hartnäckiger Krankheitserreger wie MRSA zu stoppen. Allein diesen Keim findet man jährlich bei 136 000 Patienten in deutschen Krankenhäusern. Und mehr als 12 000 Krankenhauspatienten sterben jährlich an Infekten, die sie sich bei einer medizinischen Behandlung zugezogen haben.

Künftig wollen zum Beispiel Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und Labore unserer Region noch mehr auch andere Keime im Blick haben, erläutert der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Markus Schimmelpfennig.

Ein regionales Netzwerk zur Bekämpfung von MRSA-Keimen gibt es seit 2009 in Kassel, im selben Jahr wurde ein Netzwerk auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg gegründet, berichtet der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Dieter Gobrecht.

Die Bemühungen gegen die Eindämmung des Bakteriums, das häufig in Krankenhäusern und Altenheimen vorkommt, zeigen erste Erfolge. Es werde insbesondere in den Krankenhäusern mehr und auch mithilfe von DNA-Schnelltests nach antibiotika-unempfindlichen MRSA-Keimen gesucht, beobachtet der ärztliche Leiter der Laboratoriumsmedizin Kassel, Privatdozent Dr. Dr. Bernd Krone. Und: „Je mehr man sucht, desto mehr findet man.“ So sei es gelungen, die Situation zu stabilisieren. Es gebe sogar Hoffnung, dass die mitunter lebensgefährlichen MRSA-Bakterien bereits leicht zurückgehen.

Dr. Dieter Gobrecht erklärte, man werde auf jeden Fall beim Nordhessischen Netzwerk dabei sein, das die Durchschlagskraft vergrößern werde. Die Krankenhäuser arbeiteten ohnehin überregional zusammen. (hei/ank)

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