Festival vom 29. April bis 1. Mai erinnert an Besuch Martin Luthers vor 490 Jahren

Die Reformation feiern

Bereiten das Festival der Reformation in Bad Hersfeld vom 29. April bis 1. Mai vor: Kurdirektor Christian Mayer, Julia Scholz, Dekan Ulrich Brill, Pfarrerin Imke Leipold und Pfarrer Frank Weber. Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Voll des Lobes war der Reformator Martin Luther über die Gastfreundschaft, die er vor 490 Jahren in Hersfeld erfahren hat. In einem Brief schildert er ausführlich, wie er am 30. April 1521 auf der Rückreise vom Reichstag zu Worms von Abt Crato am Eichhof empfangen, zum Stift geleitet und hervorragend verköstigt wurde. Am Morgen des 1. Mai 1521 predigte er auf ausdrücklichen Wunsch des Abtes in der Stiftskirche, obwohl ihm solche öffentlichen Auftritte eigentlich untersagt waren.

Dieses Ereignis, als Hersfeld vom Hauch der Geschichte gestreift wurde, soll nun in diesem Jahr mit einem Festival der Reformation groß gefeiert werden, und zwar vom 29. April bis zum 1. Mai. Dieses Festival wird zum neunten Mal vom Verein „Stätten der Reformation“ veranstaltet, dem Bad Hersfeld vor einigen Jahren beigetreten ist. Organisiert wird das mehrtägige Festival vor Ort von Kurdirektor Christian Mayer, seiner Mitarbeiterin Julia Scholz und der evangelischen Kirche als Fest für die ganze Region.

Eröffnet wird das Festival am Freitagabend mit dem Einzug Luthers in die Stiftsruine. Er soll, erzählt Pfarrerin Imke Leipold, von Hersfelder Kindern in historischen Kostümen begleitet werden. Musik von TonArt und eine spektakuläre Feuershow runden die Eröffnungsfeier ab.

Schorlemmer hält Vortrag

Am Samstag wird der bekannte Theologe Friedrich Schorlemmer in der Stadtkirche einen Vortrag über „Reformation und Freiheit“ halten. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Gespräch. Wie Kirche heute aussieht können die Besucher nachmittags auf einer Kirchenmeile erkunden, auf der sich christliche Kirchen und Gemeinden aus der Region mit ihrer Arbeit vorstellen.

Was in den Gemeinden musikalisch los ist, das zeigt eine Nacht der Chöre in der Stadtkirche. Höhepunkt wird ein nächtliches Turmblasen des CVJM-Posaunenchors sein. Auch ein Orgelkonzert ist geplant.

Mit einer Straße der Reformation präsentieren sich zwischen Linggplatz und Stiftsruine die Städte und Stätten der Reformation. Zehn haben sich bereits angemeldet, berichtet Julia Scholz.

Am Sonntag wird eine große Tafel entlang der Stiftsruine aufgebaut zu einem Frühstück mit Luther, zu dem jeder kommen und etwas mitbringen kann. Den anschließenden Festgottesdienst in der Stiftsruine wird Bischof Dr. Martin Hein halten. Außerdem werden an diesem Morgen die Teilnehmer des Wartburglaufs erwartet, die am Tag zuvor in Eisenach gestartet sind.

An allen drei Tagen wird auf dem Linggplatz ein mittelalterlicher Handwerker- und Händlermarkt stattfinden. Außerdem wird es während des Festivals verschiedene Führungen durch die Stadt geben. In der Stadthalle treffen sich zudem Touristik-Fachleute zu einem Kolloquium.

„Wir hoffen auf viele Besucher aus der ganzen Region“, sagt Christian Mayer. Am Sonntag jedenfalls sollen die Gottesdienste in den evangelischen Kirchen ausfallen – mit Ausnahme derjenigen Gemeinden, die Konfirmation feiern – und alle Christen in die Stiftsruine kommen, erläutert Dekan Ulrich Brill. Bleibt nur noch auf gutes Wetter zu hoffen.

Von Christine Zacharias

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