Wer redet vom Wetter?

Rainer Henkel über eine Region, in der was abgeht.

Wie soll’s ’n heute werden?“ – „So 13 bis 16 Schauer.“ Kennen Sie diese Dialoge am Morgen?

Die Erinnerung ans letzte Schokoeis ist schon etwas verblasst, ebenso die an den letzten Grillabend. Das Wetter, über das wir sonst eigentlich nur reden, wenn sich nichts anderes anbietet, drängt sich als Dauerthema auf. Der erste Blick am Morgen in die Zeitung? Natürlich auf die Prognosen, wann und wo Wind und Wetter wieder zuschlagen.

Als Erste merken die Freibäder im Kreis, dass den Waldhessen statt nach einem Sprung ins kühle Nass eher nach einem Saunabesuch ist. Die Gäste bleiben schlicht aus. Einzig die Ronshäuser haben etwas zu feiern: 50 Jahre besteht ihr Bad, das war am Samstag eine der Attraktionen des Wochenendes.

Doch auch sonst müssen wir nicht verzweifeln. Verkorkster Sommer? Es gibt genügend Angebote.

Nicht nur aus dem Kreis, sondern aus dem gesamten Umland kommen die Gäste derzeit zu den Festspielen nach Bad Hersfeld. Kein Abend, an dem nicht auswärtige Reisebusse den Marktplatz ansteuern. Vor Beginn der Aufführungen einen Tisch in einem Restaurant in der Innenstadt zu bekommen, ist nicht einfach.

Musik gab’s und gibt’s auch anderswo. Etwa beim Bandcontest im Rotenburger Schlosspark am Samstag, wo vier Bands aufspielten. Und an den Breitenbacher Seen bei Bebra sorgen Hochkaräter wie Paddy Schmidt trotz niedriger Temperaturen für Stimmung.

Nicht die einzige Kultur, die geboten wird. Das Rotenburger Muzkkka, derzeit leider zu oft als Politikum in aller Munde, zeigt Hochkarätiges. Aber nicht nur das: Rotenburg hat auch das jüdische Museum in der ehemaligen Mikwe und das Spielzeugmuseum zu bieten. Dort werden an Regentagen Kindheitserinnerungen wach.

Derweil gab es in der Kreisstadt Gelegenheit, sich über das Leben des Menschen zu informieren, in dessen Namen die Rechtschreibung sich im Halbjahrestakt ändert. Konrad Duden, Bad Hersfelds berühmtester Sohn, starb vor 100 Jahren – eine Ausstellung würdigt sein Leben und Wirken.

Und all den Kindern und Jugendlichen, die nicht in wärmere Gegenden verreisen können, bietet fast jede Kommune im Kreis Ferienspiele an.

Es ist viel los im Kreis, rund um ein x-beliebiges Ferienwochenende. Reden wir einfach darüber – und zeigen wir dem Wetter die kalte Schulter!

rai@hna.de

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