Lob und Tadel

Klare Worte von Feuermeister Klaus Otto

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Feuermeister Klaus Otto bei seiner Rede.

Ich grüße Euch, Bürgersleute, Lolls-Gemeinde und alle Gäste aus nah und fern, die Ihr gekommen seid, zum Löschen unsres geliebten Feuers, am Ende der schönen Lulluszeit. Das abgelaufene Lolls-Jahr war voll mit Ereignissen und Geschichten, davon lasst mich nun berichten!

Die Geschichten sind wieder gereimt und ungereimt,

damit jeder weiß wie‘s ist gemeint.

Enner, ...

Lullusfest 2014: Der Lollsmontag war gekommen,

alle waren in Vorfreude,

das Lollsfieber hatte begonnen.

Doch schaute man in die Reihen der Ehrengäste,

stellte man fest: Es fehlte ein Teil bei diesem Feste.

Die SPD- und Grünen-Fraktion boykottierte diesen Tag,

ich weiß nicht, ob das ein Mensch verstehen mag!

Was hat Lolls mit Eurem politischen Groll zu tun?

An einem solchen Tag lässt man so Querelen ruh’n!

Kaum war unser Fierche erloschen,

da hatten zwei grüne Amazonen voll daneben getroffen.

Fey-Spengler und Schmidt gingen los auf den Wedel.

Ich fand das von Euch überhaupt gar nicht edel.

Nach der Sitzung in ihren Ortsverband,

prügelten sie los, statt zu reichen die Hand.

Ernüchterung statt „Wedeleffekt“, so meinte Schmidt,

brächte die Festspiele komplett aus dem Tritt.

Fey-Spengler meinte, mit Hauruck ginge das nicht,

zu verleihen der Ruine ein neues Gesicht.

Vorverkauf und Marketing fanden sie schlecht –

werte Damen, ich hör wohl nicht recht.

Die Spielzeit fand ich richtig toll.

Im ganzen Land waren die Zeitungen voll.

Von Hersfeld, von Wedel, von Festspiel und Stars.

Das hat man sogar noch gehört auf dem Mars.

Enner, ...

Ein tolles Fest 2014 gab’s hier,

geprägt von guter Stimmung und manch frischem Bier,

doch dann fiel über unser Fest ein Schatten,

wegen einer Gewalttat, brutal, sinnlos wie wir es noch nie hatten!

Hier weiter zu reimen, das wäre nicht recht:

Noch heut wird vor Abscheu über die Tat mir ganz schlecht!

Alle Menschen in Bad Hersfeld und ich als Feuermeister

verurteilen diesen Gewaltakt im Umfeld unseres Festes

nochmals auf das Allerschärfste!

Dem Opfer dieser Untat, das noch heute an den Folgen leidet,

wünschen wir weiterhin gute Genesung. Wir hoffen, dass es wieder unvoreingenommen und in Frieden mit uns feiern kann. Möge unser Lullusfest, das älteste Volksfest Deutschlands, weiter in Harmonie gefeiert werden, mit allen

Menschen, die zu uns kommen und friedlich und fröhlich mit

uns feiern möchten.

Danken möchte ich an dieser Stelle unserer Polizei.

Dank der guten Arbeit konnte der Täter ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch das gute Sicherheitskonzept der Polizei auf unserem Festplatz erwähnen: Schläger, Langfinger und Übeltäter wollen wir hier nicht. Solche Leute haben auf unserem Fest

und in unserer friedlichen Stadt nichts verloren!

Enner, ...

Noch ein paar Worte ungereimt:

Man kann nur sagen endlich, dass der Schandfleck der

ehemaligen Tuchfabrik Rehn in der Wehneberger Straße

Geschichte ist.

Die Abrissbagger sind angerückt und es entstehen dort die neuen „Zuse-Höfe“.

Dass dort auf dem 5100 Quadratmeter großen Areal ein

Wohnkomplex mit 60 rollstuhlgerechten Wohnungen für

betreutes Wohnen entsteht, ist ein weiterer guter Schritt

Menschen mit Handycap zu unterstützen und Bad Hersfeld

noch barrierefreier zu machen.

Auch lobenswert ist die Erhaltung des vorderen Teils der

sogenannten „Zusescheune“. Durch deren Restaurierung

wird ein wichtiger Teil Bad Hersfelder Stadtgeschichte gewahrt.

Stichwort Stadtgeschichte:

Es ist ein Unding wie die städtischen Gremien einschließlich

dem Kulturausschuss mit dem Thema Stadtarchiv umgehen.

Das Stadtarchiv in den jetzigen Räumen der Stadtbibliothek

ist viel, viel zu klein und die klimatischen Verhältnisse in

diesen Räumen sind für die alten Dokumente und Urkunden

das pure Gift!

Ebenfalls das Lagern alter Relikte in Holzkisten und Kartons

in der ehemaligen US-Kaserne ist einfach katastrophal.

Was die Feuchtigkeit nicht zerstört, fressen die Mäuse!

Ich rufe Euch auf: Da muss gehandelt werden, es geht hier um

die Geschichte unserer Stadt, die unter allen Umständen für

die nachfolgenden Generationen gesichert werden muss!

Enner, ...

Der Lullus-Sportpark wurde in diesem Jahr zum zweiten Male abgelehnt; aus Gründen, die ein normal denkender Mensch nicht verstehen kann.

Wird hier eigentlich von so mancher Fraktion überhaupt noch

Politik für unsere Stadt gemacht, oder will man weiterhin alles was von anderen kommt blockieren?

Das Beste daran ist auch noch, dass man sich dann ein paar Wochen später hinstellt, wählt einen neuen Stadtverband- vorsitzenden und propagiert die Entwicklung der Sportstadt Bad Hersfeld!

Ich glaube, die erneute Ablehnung unseres Sportparks hatte nur den Sinn und Zweck, zu versuchen sich mit anderer Ideen

und Federn zu schmücken!

Ich rufe Euch auf, rauft Euch zusammen, seid kompromissbereit und arbeitet endlich für unsere Bürger und unsere Stadt!

Enner, ...

Mit Beginn des Lullusfestes hat sich der Jahreskreis an großen

Veranstaltungen in Bad Hersfeld geschlossen.

Besonders zu erwähnen ist hierbei die Festspielsaison 2015!

Nach all dem Ärger und Verdruss, allen Befürchtungen zum Trotz, hat sich gezeigt, dass unsere Festspiele weder an ihrer Strahlkraft noch an ihrer Popularität verloren haben!

Die ganzen Veränderungen in der Saison 2015 wurden zwar skeptisch beäugt, doch diese Veränderungen waren überfällig und haben den Festspielen sehr gut getan!

Des Weiteren hat es kaum ein Jahr gegeben in dem ein solch gutes Marketing betrieben wurde, kurz gesagt Bad Hersfeld und seine Festspiele waren bundesweit in aller Munde und das fast das ganze Jahr lang!

Dafür sagen wir Danke an alle Beteiligten der diesjährigen Saison und freuen uns erwartungsvoll auf ein Wiedersehen 2016!

Enner, ...

Bürgersleut mit Klartext ist es jetzt genug,

jetzt reim ich wieder, das ist klug.

Doch nicht nur Positives gibt es aus der Ruine zu berichten,

Heinrich und der AFM, was sind denn das für Geschichten!

Es ist ein wirklich schlimmes Ding,

wie es mit der Oper ging.

Jahrzehntelang war’s toll und schön,

Doch irgendwann musst was gescheh’n.

Die gute Arbeit vieler Jahre,

Ist nun zerstört - das Gute, Wahre,

was einst aufgebaut durch viele Hände

riss mit dem Arsch man ein, ist nun zu Ende.

Mit der alten Oper ist’s nun aus,

doch Opernfreunde, macht Euch nichts draus!

Musikalisch wird es weiter geh’n,

das machen and’re dann, Ihr werdet seh’n!

Enner, ...

Am 30. 9. war im Konrads mal wieder Schluss.

Man hört von Ärger und Verdruss.

Den das tapfere Betreiberehepaar - dem das Konrads heilig war -

gar nicht wollte, doch, Ihr Leut,

statt guter Zeit gab’s ständig Streit.

Jetzt überlegen schlaue Köpfe,

ob dort statt Bier und Herd und Töpfe,

noch ein weitrer Tagungsraum soll her-

Damen, Herren, bitte sehr:

Das wäre Unsinn, mit solchen Räumen

könnt ihr schon jetzt die Straßen säumen.

Nein, kein Tagungsraum fehlt hier zum Glück.

Ich hätt das Konrads gern zurück.

Der Sommer, der war heiß und trocken,

man konnt vor Hitze bloß im Freibad hocken.

Es war so schlimm, man konnt sich kaum bewegen.

So mancher wünschte sich ‘nen kräftigen Regen.

Leider kommt der immer dann,

Wenn ihn niemand brauchen kann.

In Strömen trätschte es, o Graus

Das Grasbahnrennen fiel schon wieder aus.

Zum zweiten Mal hintereinander, was für ein Sch...

Gab’s Land unter statt dem Glockenpreis.

Liebe Leut vom MSC,

ich weiß, das tat Euch furchtbar weh.

Wir bleiben euch auch weiter treu,

Auf nächstes Jahr schon jetzt mich freu.

Denn dann bleibt’s endlich wieder trocken

und ihr könnt ein Wahnsinnsrennen rocken!

Enner, ...

Unser Landkreis ist der Hit - ein dicker Dank an Dr. Schmidt.

Als Landrat war er immer top, hat gemacht nen Super-Job.

Zwölf Jahre Arbeit ohne Ende, jetzt ist der Doktor in der Rente.

Mit Fleiß und Herzblut stets dabei, Bad Hersfeld war ihm nie einerlei!

Dafür vielen Dank aus unserer Stadt, genießen Sie ihren Ruhestand satt!

Dem neuen Landrat Dr. Koch,

wünsch ich für die Zukunft stets ’ne glückliche Hand

und für schwere Entscheidungen den nötigen Verstand!

Das ist sicher gerade heute nicht leicht, in einer Zeit, in der

Hunderttausende ihre Heimat verlassen mussten und vor dem Krieg fliehen.

Allen Verantwortlichen, die an der Bewältigung dieser gigantischen Aufgabe mitarbeiten, wünsche ich Glück, Geschick und Gottes Segen.

Hoffentlich werden die Verhältnisse auf der Welt irgendwann

so sein, dass kein einziger Mensch mehr seine Heimat verlassen muss. Wie schön wäre es, wenn wir im dritten Jahrtausend nach Christus Krieg, Not und Elend auf der ganzen Welt endlich beenden könnten, damit alle Menschen, egal wo, in Frieden und Freiheit leben können.

Nun auch mal ’ne Eigenkritik,

Bei einer Geschichte, da hatt ich wenig Geschick!

Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde,

zu diesem Thema kam ich wie die Jungfrau zum Kinde!

Veränderungen an unserem Festzelt sollte es geben,

die Ideen fand ich toll, ich wollte fest danach streben!

Ein schöneres Zelt war angedacht,

doch da hat uns ein Baum einen Strich durch die Rechnung gemacht!

Was nun? Der Baum er sollte weg aus dieser Welt.

Da war ich mir sicher, hab auch keine Fragen mehr gestellt!

Doch es gab Kritik von allen Seiten. Der Baum soll bleiben,

dafür werden wir streiten!

Ihr lieben Leut ich hab’s begriffen, ich war vorschnell,

und hab so manchem sein Lied gepfiffen!

Enner, ...

Mückenstürmer, schaut euch die Feuergrube an,

Sie wurde renoviert, wie man’s besser nicht machen kann.

Neue Spundwände und ein neuer Saum,

ich sage Euch es ist ein Traum!

Liebe Leut, mir wird schon bang, Und meine Rede dauert lang.

Weiß einer denn, wie spät es ist?

Ohne Kirchturmzeiger man die Zeit vergisst.

Ich weiß nicht recht, wer da nicht richtig tickt –

man hat sie zum Restaurieren weggeschickt.

Welch Gotteskind macht so was nur

Lullusfest und keine Zeiger an der Kirchturmuhr!

Enner, ...

Zum Schluss will ich noch Danke sagen,

An die Hersfelder Mönche und den Lullusfest-Verein, die an allen Tagen

unser schönes Städtchen ehren, fremden Leuten viel erklären,

Wie es war und wie es ist, damit das keiner je vergisst.

Macht alle weiter so, mit Euch macht’s Riesenspaß

Darauf erheb ich jetzt mein Glas.

Enner, ...

Nun ist die Zeit vorangerückt, unser Feuer hat das Fest geschmückt.

Noch leuchtet uns der Flammen Schein,

doch fordert es der alte Brauch, dass aus dem Feuer werde Rauch Dein Ende soll gekommen sein!

Lollsgemeinde, Bürgersleute, uns’re schönste Lullusfreude,

die uns heilig ist und teuer, unser einzig Lullusfeuer.

Soll mit Wasser und mit Erden ausgelöscht, begraben werden.

Was der Flammen ward zum Raube,

Asche ward, bedeckt vom Staube,

soll nun dreihundertachtundfünfzig Tage

ruh’n im dunklen Schoß der Erde,

die es hüte, die es trage, bis dass ein neuer Lollstag werde.

Nun schüttet in den Flammenschein, des Wassers Todesstrahl und mit Erde decket ein,

Feuer und verkohltes Holz. Während wir zum letzten Mal rufen unser „Bruder-Lolls“.

Enner, zwoon, dräi, Bruder-Lolls!

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